121. Erfindungen auf die die Welt gewartet hat - Made in USA
Posted by DrPepper on März 11th, 2009 filed in Florida
Mein heutiger Blogeintrag wird ein Kurzer, denn ich bin gerade am Koffer packen fuer einen 1-monatigen Aufenthalt im Mittleren Osten.
Trotzdem moechte ich euch, liebe Leser, nur kurz beruhigen dass es mir gut geht, und ich auch nach wie vor gluecklich in Miami verweile.
Leider habe ich viel Stress, und so richtig hat mich die Muse noch nicht gekuesst bezueglich eines Blog Eintrages. Vielleicht wird das ja jetzt auf meiner Reise was, ich habe euch auf jeden Fall immer im Hinterkopf!
So, jetzt zu dem eigentlichen Thema dieses Blog-Eintrages: Erfindungen auf die die Welt gewartet hat - Made in USA!
Heute:
Das automatische Katzenklo!
Katzenbesitzer kennen das. Das leicht mueffelnde Katzenklo mit super-klumpigen Streu und unschoenen Haeufchen drinnen…nicht gerade eine Freude dieses zu reinigen, aber drin lassen ist eigentlich auch keine Option.
Wenn eure Katzen den meinen aehnlich sind warten sie schon mit ueberkreuzten Beinchen darauf dass man das Klo sauber macht, um dann direkt einen dicken Haufen reinzulegen der Gerueche ausstroemt die faulen Eiern den Rang ablaufen!
Aber - findige Erfinder im Land der begrenzten Unmoeglichkeiten haben die rettende Idee!
Ein Katzenklo dass sich selber reinigt, das Streu immer wieder reinigt, und quasi ein echter Lebensretter ist….aber seht selbst:
http://www.catgenie.com/
” alt=”Cat genie” />
hier noch das Video mit live demo
http://www.youtube.com/watch?v=S8MOmmtTCTs
meiner Ansicht nach absolut einzigartig!!!!
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120. Weihnachtsstimmung bei 30 Grad?
Posted by DrPepper on Dezember 9th, 2008 filed in Florida
Dass der Amerikaner an sich gerne mal uebertreibt ist ja weitestgehend bekannt.
Dass es in Florida auch im Winter warm und gaenzlich unweihnachtlich ist weiss eigentlich auch jeder.
In Sachen Weihnachtsstimmung kommen sich diese beiden Fakten extrem entgegen, denn nur mit massivem Uebertreiben der Weihnachts-Stimulierung kann man bei 30 Grad auch nur annaehernd in Weihnachtsstimmung verfallen.
Eine tolle Hilfe ist dabei das Haus der Familie Clot in Pinecrest, einem der vornehmeren Vororte von Miami.
Hier schmueckt die Familie Clot alljaehrlich ihr privates Haus mit ueber 750000 Lichtern, und ueber 100 animierte Figuren stellen alle moeglichen Weihnachts-Szenen nach. Die Stromrechnung der Familie liegt in den Weihnachtsmonaten uebrigens bei etwa $4000, und es braucht 15 Leute die 15 Tage lang das Spektakel aufbauen.
Als Weihnachts-Muffel und Weihnachts-Fan kann man einfach an das Haus fahren, und durch deren Garten spazieren und den gesamten Aufbau auf sich wirken lassen.
Auch ich will hier lieber Bilder als Worte sprechen lassen, denn was sich schon in den Bildern nicht richtig wiedergeben laesst kann ich mit Worten auch nicht annaehernd beschreiben!
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119. Wahlkampf - Made in America!
Posted by DrPepper on November 6th, 2008 filed in Florida
Ich denke es wird jedem bekannt sein dass der Amerikaner generell dazu neigt alles was er tut extrem zu tun.
So gibt es bei einschlaegigen Burger-Buden nicht nur normale Burger, sondern Triple-Meat-3 –Lagen-Fleisch-und-Speck-und-Kartoffelbrei-Burger, deren Verzehr mit jedem Biss quasi den Kalorien-Bedarf eines Erwachsenen fuer 2 Tage abdeckt, die Autos sind nicht nur einfach grosse Autos sondern Zwillings-Reifen-Pick-Ups die so breit sind dass man damit locker eine komplette deutsche Autobahn belegen koennte. Das Popcorn im Kino wird in Eimern gereicht, in denen man einen 3-jaehrigen ins Kino einschleusen koennte – kurzum, Amerikaner neigen gerne zur Uebertreibung!
Vor diesem Trend hat auch der Wahlkampf nicht halt gemacht! Wie ja sicherlich ein Jeder mitbekommen hat wurde am vergangenen Dienstag der neue Praesident der USA gewaehlt, und das bedeutete fuer die Kandidaten nur eins: blutiger Schlammschlacht-Wahlkampf bis zur absoluten Uebersaettigung der potentiellen Waehler!
Das Elend ging schon vor Monaten los, damals noch mit relativ vielen Kandidaten, denn zunaechst ging es darum zu entscheiden wer fuer die jeweilige Partei als Praesidentschaftskandidat aufgestellt wuerde. Sicherlich sind jedem die Debatten zwischen Hillary und Obama noch im Gedaechtnis, aber auch ausserhalb dieser beiden Lager gab es viel zu wahlkaempfen. Schon im Juni (wenn ich mich richtig erinnere) fingen die ersten Werbespotts im Fernsehen an, wurden die ersten Radio-Annoncen gespielt, und so langsam aber sicher wurde es jedem klar – das wird eine LANGER Wahlkampf werden!
Es war ja nun die erste Praesidentschaftswahl die ich in diesem Land erlebt habe, und ich war erstaunt wie unterschiedlich der Wahlkampf hier gestaltet wird. Alles in allem kann man zusammenfassend sagen: auch der Wahlkampf ist hier EXTREM!
Ich weiss nicht genau ob die Wahlen hier immer so im Mittelpunkt des Interesse stehen, oder ob es dieses Mal etwas besonderes war: die USA, wie viele andere Laender der Welt, steckt in einer massiven Wirtschaftskrise. Banken haben Pleite gemacht, die Boersen sind so tier gefallen dass man mit jedem Schritt aufpassen muss nicht aus Versehen drauf zu treten, viele Leute haben viel Geld verloren, der Haeuser-Markt kriselt vor sich hin, viele Leute sind gezwungen ihre Haeuser aufzugeben und zu verkaufen, und hinzu kommt auch noch die Angst vieler eventuell ihren Job zu verlieren, wenn Firmen Rezessions-bedingte Kuerzungen vornehmen. Und das ist nur die innenpolitische Lage, hinzu kommt die Irak Situation, die Oel-Preise … eins war von vornherein klar, wer auch immer das Rennen macht hat einen enorm schweren Job vor sich.
Angesichts dieser Tatsachen, und auch mit Blick auf diese historische Wahl (die entweder einen Schwarzen als Praesidenten kueren sollte, oder den aeltesten Praesidenten aller Zeiten und zum ersten Mal mit einer Frau als Vize) war dieser Wahlkampf scheinbar fuer viele eine sehr persoenliche Angelegenheit.
Selten habe ich so viele Diskussionen ueber Politik gehoert wie in den letzten Monaten. Natuerlich sind Fernseh-Sendungen und Zeitungen voll, aber es schien als ob wirklich jeder eine Meinung haette – vom CEO bis zum Strassenkehrer, auf einmal redete jeder ueber Politik, die Kandidaten, deren Reden und Debatten etc.
Was mich allerdings fasziniert hat ist mit wieviel persoenlichem Einsatz dieser Wahlkampf betrieben wurde. Natuerlich wurde von den beiden Kandidaten der Wahlkampf in ueblicher Weise betrieben – Poster, Plakate, TV Werbespots, Radio-Spots, Zeitungs-Artikel, alles was man aus vergangenen Wahl-Kampagnen sowohl diesseits als auch jenseits des grossen Teichs kennt. Aber es ging dieses Mal noch viel weiter.
Man konnte nicht die Strasse ueberqueren ohne Autos mit Aufklebern des jeweils bevorzugten Kandidaten zu sehen. Wo Aufkleber nicht reichten wurden komplette Heckscheiben mit Postern oder Fahnen des bevorzugten Kandidaten geschmueckt.
Aber nicht nur die fahrbahren Untersaetze wurden entsprechend der politischen Ueberzeugung dekoriert, auch viele Haeuser wurden spontan zum Untergrund fuer Plakate und Poster, und gelegentlich Fahnen, der Partei oder des Kandidaten die der Bewohner wohl zu waehlen gedachte. Schilder in den Vorgaerten die die Vorteile des jeweiligen Kandidaten anpreisen gehoeren schon fast zum guten Ton, und die Wochenenden verbringt der engagierte Amerikaner damit an gut befahrenen Strassenkreuzungen mit Schildern und TShirts bewaffnet durch eifriges Poster-Schwenken unentschlossene Waehler von ihrem Kandidaten zu ueberzeugen. Die angemessene Reaktion ist uebrigens kraeftig zu hupen wenn man uebereinstimmt, und ernst geradeaus zu schauen wenn man fuer die andere Partei ist. Merkwuerdig, die Amis! An vielen Kreuzungen standen uebrigens Befuerworter beider Kandidaten, so dass ich garnicht wusste ob ich nun hupen soll oder nicht – ich muss doch noch einiges lernen bevor ich Amerikaner werden kann!
Die Debatten, die zwischen den Praesidentschafts-Kandidaten oder deren Vizes durchgefuehrt wurden hatten aehnliche Einschaltquoten wie der Superbowl, und wer am naechsten Tag im Buero nicht ueber die Debatte debattieren konnte war damit fuer den Tag Aussenseiter. Auch waren diese Debatten enorm populaer als Anlass fuer ‘Debate Parties’ – man sah die beiden Politiker auf Grossleinwand in der Kneipe seiner Wahl an, wo man direkt vor Ort mit Gleichgesinnten ueber Sinn und Unsinn der Debatte diskutieren konnte.
Aber die Propagande, pardon, ich meine die Wahlkampagnen hielten sich dieses Mal nicht an die alte-bekannten Medien, sondern nutzten die neuen Kommunikations-Moeglichkeiten um Waehler zu gewinnen. Fast taeglich kamen SMS Text Messages die mich dazu bewegen wollten fuer den einen oder anderen Kandidaten zu stimmen, mir mitteilten welcher Kandidat was am Stecken hat, und wie oft er mit George Bush gestimmt hat (was in diesem Wahlkampf eine schlimmere Anschuldigung war als das Tafelsilber gestohlen zu haben!!!).
Auch auf Facebook und Myspace tauchten auf einmal Wahl-Anzeigen auf, und mir wurde mitgeteilt das sogar in diversen Video-Spielen an den virtuellen Strassenraendern Obama-Plakate standen.
Den Himmel schmueckten, je naeher der 4. November kam, immer maehr Flugzeuge mit Wahl-Bannern, die Kandidaten selber waren quasi 24 Stunden pro Tag im Einsatz und hielten Reden und Ansprachen in drei bis vier Staaten pro Tag, und ihre fleissigen (meist freiwilligen und unbezahlten) Helfer verteilten kraeftig flyer, Luftballons, aber auch DVDs mit Wahlansprachen, websites wurden iPhone faehig gemacht damit man auch wirklich jederzeit on-the-go die neusten Wahlversprechen nachlesen konnte – und insgesamt hat es insbesondere die Obama-Kampagne verstanden viele Waehler zu mobilisieren, die sonst vielleicht den Wahltag lieber zu Hause verbracht haetten – es schien inzwischen fast unmoralisch wenn man nicht waehlen ging!
Unabhaengig vom Ausgang dieser Wahl, die ja wie bereits erwaehnt sicherlich in die Geschichtsbuecher eingehen wird, fand ich es faszinierend dieses Spektakel live und vor Ort erleben zu duerfen. Obwohl ich gegen Ende absolut uebersaettigt war und fast bereit war mit die Pulsadern aufzuschneiden wenn ich noch weitere Wahl-Werbungen sehen muesste, trozdem war es ein fantastisches Erlebnis, und es hat mich wirklich beruehrt wie persoenlich hier der Wahlkampf gehandhabt wurde. Auch hier haben die Amerikaner es wieder geschafft, und haben ihren Wahlkampf extrem extrem gestaltet!
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118. All hail the chief?
Posted by DrPepper on November 5th, 2008 filed in Florida
Diese Woche arbeite ich von 16:30 bis kurz nach Mitternacht…und letzte Nacht hatte ich dabei das Vergnuegen nicht nur relativ wenig Arbeit zu erledigen, sondern auch die Wahlen, deren Auszaehlungen etc live zu verfolgen.
Kaum ein Event hat so viele Leute vor den Fernseher gelockt wie die diesjaehrigen Praesidentschaftswahlen, und in einem anderen Eintrag moechte ich euch gerne vom Leben in Amerika waehrend des Wahlkampfes erzaehlen.
Gestern war aber ein ganz spezieller Tag, ganz gleich welcher politischen Ueberzeugung man ist. Egal wie die Wahl ausgegangen waeren, es war historisch. entweder der erste afro-Amerikaner oder der aelteste Praesident und die erste Frau als Vice President.
Jeder weiss wie es ausgegangen ist, aber was fuer mich wirklich verblueffend wie die Reaktionen waren. Gegen 23:00 war es klar dass Obama das Rennen gemacht hat, und Miami (und sicherlich auch alle anderen Teile der USA, die ich aber von meinem Buero aus nicht sehen konnte) ist in eine Art Voksfest verfallen:
Es gab Feuerwerk, Leute sind hupend durch die Strassen gefahren in Autokolonnen und haben dabei Obama Poster und TShirts gehalten, an den Strassenecken gab es spontante Parties mit Bongos, Gitarren und viel viel Champagner…
Restaurants und Strassenverkaeufer haben ihre Waren umsonst verschenkt vor Begeisterung, Leute auf der Strasse haben sich umarmt, getanzt, und unheimlich viel Sekt und Rum getrunken….es kam einem so vor als ob gerade jeder in der Lotterie gewonnen haette.
Meine Glueckwuensche gehen an (future) President Obama, und ich hoffe dass er Amerika die naechsten 4 Jahre gut fuehren wird!
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117. DrPepper fliegt wieder…
Posted by DrPepper on Oktober 22nd, 2008 filed in Florida
Zu meinen New York Zeiten bin ich ja fast jedes Wochenende, oder zumindest jedes zweite, zwischen Miami und New York hin- und her geflogen. Als ich dann auf meinem letzten Flug von New York in Richtung Florida sass habe ich mir eins geschworen:
So schnell fliege ich nicht mehr!!!
Ich hatte die Nase gestrichen voll von Flughaefen, Verspaetungen, Staus auf der Startbahn, Erdnuessen in winzigen Tueten, Schuhe ausziehen bei der Security etc.
Dieser Vorsatz hat auch etwa 2 Monate angehalten, und prompt haben mir wieder die Tragflaechen gejuckt…ich wollte wieder fliegen!
Es hat auch garnicht lange gedauert bis ich Job-bedingt nach Halifax fliegen sollte.
Halifax, fuer die weniger geographisch bewanderten, befindet sich an der kanadischen Ostkueste, nicht zu weit noerdlich der kanadisch-amerikanischen Grenze.
Und ein Blick auf die Landkarte bestaetigte mir was ich befuerchtet hatte: Hier liegt der Hund begraben. Mein Hotel, idyllisch am Halifax-Flughafen gelegen, steht an der Strasse, an der einen und einzigen Strasse. Drumrum – nichts!
Egal, der Trip war ja auch business und nicht pleasure.
Also habe ich meine Wintersachen wieder aus der Versenkung geholt, mein Koffer gepackt, und mich aufgemacht in Richtung unserer noerdlichen Nachbarn!
Der Flug sollte von Miami nach Toronto gehen, und nach 2 Stunden Aufenthalt von Toronto nach Halifax. Aus mir nach wie vor unbekannten Grunden hat sich Air Canada fuer den langen der beiden Fluege, die Strecke Miami-Toronto, ein sehr kleines Flugzeug ausgesucht, dafuer aber dann fuer die kurze Strecke, Toronto-Halifax, das grosse Geraet aus dem Hangar gefahren. Naja, was soll’s, solange die Vogel fliegt spielt es ja keine grosse Rolle.
Kurz vor Verlassen meiner Wohnung ist mir aufgefallen wie weit die Amerikanisierung bei mir schon voran geschritten ist – fast haette ich meine Greencard zu Hause gelassen – woher soll man auch wissen dass Kanada Ausland ist????
Am Miami Flughafen eine nette Ueberraschung, der Air Canada Mitarbeiter nimmt mir mein Economy Ticket ab, und versorgt mich mit First Class Tickets fuer beide Fluege. Sehr schoen, so laesst sich’s Leben!
Der Flug nach Toronto war lang, aber davon habe ich nicht viel mitgekriegt – ich war zu sehr damit beschaeftigt saemtliche Vorzuege der First Class schamlos auszunutzen, und habe mir einen Sekt nach dem anderen in den Kopf gegossen, Filme geguckt, fuerstlich diniert, etc
Der nachmittaegliche Anflug auf Toronto war komplett faszinierend – Kanada befindet sich mitten im ‘Indian Summer’, und die Waelder waren faszinierend farbig… gruen, rot, gelb, dunkelrot-lila-maessig, alles war dabei. Das ganze von oben und im Licht der untergehenden Sonne war ein tolles Erlebnis!
Als ich Miami verliess waren es 31 Grad, in Toronto dann erfrischende 13 – ein ganzschoener Unterschied.
Bei der Immmigration erkannte man an meiner Gaensehaut dass ich wohl aus dem Miami-Flieger kommen muss. Ansonsten gab es keinerlei Probleme, und im Null Komma Nix betraten meine Fuesse kanadischen Boden.
Der erste Unterschied der direkt ins Auge fiel: Auf allen Gepaeckwagen wird der geneigete Koffer-Schieber dazu aufgefordert den naechsten Urlaub doch bitte im Inselparadies Kuba zu planen – eine Tatsache die aufgrund des Embargos in den USA komplett unmoeglich waere. Ich kann darueber nur lachen, denn wenn man in Miami wohnt kann es in Kuba garnicht so anders sein, denn die meisten Kubaner sind ja schon hier….!
Der Anschlussflug war punektlich und unspektakulaer, und gegen 10 Uhr abends kam ich dann in Halifax an. Die Landkarte hatte nicht getaeuscht, hier war wirklich nicht direkt viel zu erledigen. Die Luft war klar und kalt, sehr kalt sogar, so dass ich geschockt war die Shorts an dem Shuttlebus Fahrer des Hotels zu sehen. Auf meine hochgezogene Augenbraue hin meinte er nur: ist doch erst Herbst, wir haben doch noch gute 10 Grad hier!
Also habe ich mich noch etwas mehr in meine Winterjacke eingewickelt, und eine mentale Feststellung gemacht dass die Kanadier wohl eine etwas andere Scherzgrenze bezueglich kalten Temperaturen haben als die meisten anderen Menschen der Welt…
Im Hotel eingecheckt habe ich erstmal die Heizung eingestellt, und mich dem kanadischen Nationalgetraenk (zumindest meiner Erfahrung nach) hingegeben – heisser Kakao!
Dazu den Fernseher an, nur um festzustellen dass in Kanada das gleiche (fragwuerdige) Programm laeuft wie in den USA, und dass aus mir unbekannten Gruenden der lokale Teil der network stations aus Georgia kommt…man konnte stundenlang Werbung fuer Geschaefte etc in Atlanta sehen. Sollte mal jemanden einen guten Termiten-Bekaempfer im Grossraum Atlanta brauchen, ich kann euch da mit einer guten Info aushelfen!
Der Plan war dass ich ab Montag Abend die ganze Woche jeweils von 7pm-7am Arbeiten sollte. Air Canada war gerade mit unserer Software live gegangen, und somit wollte man gerne 24h jemanden vor Ort haben. Kein Problem, also habe ich erstmal probiert ganz lange zu schlafen am Montag (angekommen war ich Sonntags), und das ging auch relativ gut.
Nachdem aber so gegen Mittag mein Magen unheimlich knurrte und an Schlaf nicht mehr zu denken war beschloss ich mich in die Natuer zu begeben, und zu Fuss (man stelle sich das vor, zu Fuss in Nordamerika) in Richtung Flughafen zu laufen, denn nach Angaben der Hotel-Rezeptions-Dame sollte sich zwischen Hotel und Flughafen ein Tim Hortons befinden.
Wer mit Tim Hortons nicht vertraut ist war noch nie in Kanada. Keine Zweifel. Tim Hortons ist ein Donut/Bagel/Sandwich-Laden, von denen es in Kanada mehr gibt als Elche! An JEDER Ecke steht ein Tim Hortons, und so dauerte es auch nur einen kleinen Fussmarsch durch die arktische Kaelte bis ich wieder vor einer Tasse heisser Schokolade und einem leckeren Sandwich sass.
Am Abend bin ich dann zur ‘Arbeit’ gegangen. ‘Arbeit’ ist hier in Anfuehrzeichen weil ich naemlich die gesamten 12 Stunden absolut NICHTS getan habe was in irgendeiner Form produktiv waere! Zu dritt (zwei Air Canada Typen und ich) haben die gesamte Zeit auf ratlose, verwirrte, ratsuchende Anrufe gewartet….und wurden bitterlich enttaeuscht. Insgesamt nur 3 Anrufe – einmal verwaehlt, 2 super-easy Sachen die in 30 Sekunden geloest waren, und ein Problem das uns nicht betraf. Ihr koennt euch garnicht vorstellen wie unglaublich das langweilig war!
Aber auch die 12 Stunden waren irgendwann um, und freudestrahlend bin ich in mein Hotel gegangen um zu schlafen!
2 Stunden spaeter ruft mein Kollege mich an und teilt mir mit dass die Nachtschicht mangels Bedarf abgesagt wird, und ich nach Miami zurueck koenne.
Einziger Haken: Es gibt pro Tag nur einen Flug mit Air Canada von Toronto nach Miami, und den hatte ich bereits verpasst.
Also hat man sich fix einen neuen Plan ausgedacht, der mir prima passte: Am selben Mittag flog ich, wieder First Class, nach Toronto. Dort habe ich dann schnell ins Hotel eingecheckt, und mich dann auf den Weg nach Downtown Toronto gemacht, sightseeing. Da ich ja bereits einige Stunden geschlafen hatte war ich lange nicht muede, und bin bis in die fruehen Morgenstunden in Toronto rumgelaufen, habe besichtigt, bestaunt, gefroren und heissen Kakao getrunken.
War echt schoen, so ein unerwarteter Staedte-Ausflug auf Firmen-Kosten!
Im Hotel wurde mir dann noch mitgeteilt dass ich als Air Canada Mitarbeiter (als dieser wurde ich gebucht um die Air Canada Zimmerpreise zu bekommen) Zugang zu der Airline Lounge haette, eine Suite in der es Plasma TV, Playstation, Nintento Wee, eine Bar, DVDs, Zeitschriften, und Snacks gab. Also habe ich dort noch eine Weile relaxed und mich mit ein paar Air Canada Piloten unterhalten, und bin dann schlussendlich geschlafen…
Am naechsten Morgen dann frueh zum Flughafen, denn mein Fieger ging um 8. Toronto macht praktischerweise die US Immigration schon am Toronto-Flughafen (weiss nicht ob das generell in Kanada so ist), und so musste ich mich schon auf kanadischem Boden den pruefenden Blicken eines maessig-gelaunten (das sind sie generell) Immigration Officers stellen…aber es gab keinerlei Probleme, und nach kurzem Warten sass ich wieder in einem First Class Sitz und habe mir ein fuerstliches Breakfast mit eggs, bacon, pancakes und Sekt schmecken lassen – so laesst sich’s Leben!
Ankunft in Miami war gegen Mittag, und es war zum Glueck wieder richtig schoen warm – wenige Minten nach Ankunft zu Hause lag ich bereits am Pool!
Lange Rede, kurzer Sinn: Solche Geschaeftsreisen lasse ich mi gefallen! Habe keinen Pfennig bezahlt, bin first class gereist, habe sightseeing betrieben und herzlich wenig gearbeitet, und dafuer werde ich sogar noch mehr bezahlt als waere ich im Buero geblieben!!!
Keine zwei Wochen ging es dann wieder ins Flugzeug, diesmal allerdings nicht beruflich sondern fuer Spass, und auch nicht nach Norden sondern nach Westen!
Ein Wochenendausflug nach Kalifornien stand auf dem Programm, um dort meine lieben Mit-Auswanderer Tanja zu besuchen, und natuerlich auch die anderen nach Kalifornien gesiedelten – Heike, Mikaela und Gregor.
Wieder ein langer Flug, allerdings aushaltbar da wieder in First Class…so laesst sich’s Leben!
Samstag Vormittag kam ich in Orange County an, und wurde auch direkt von Tanja und Herbert vorbildlichst abgeholt. Nach einer kurzen Besichtigung der Wohnung machten wir uns dann auf, entlang des Pacific Coast Highways.
Waehrend der Strand hier ansich nicht viel anders aussieht als in Florida so ist es der Hintergrund der diese Landschaft fantastisch schoen macht…die Berge, die teilweise etwas im Hintergrund stehen und an anderen Stellen bis direkt ins Meer ragen und dort Klippen und Felsen bilden, das kann Florida nicht bieten.
Nach einigem Spazierfahren und einem netten Lunch sind wir dann wieder zurueck nach Irvine gefahren, um den Grillabend fuer den Abend vorzubereiten. Heike (aka Heikelke) die spontan dazu kam brachte sogar noch echten Kopfsalat mit, und nach einem kurzen Bad im Pool und Ausspannen im Whirlpool gab es dann ein 1A Grill-Dinner zubereitet von Chef Herbert.
Mit vollem Magen ging es dann noch in eine Mall, wo wir nett ein bisschen unter freiem Himmel schlendern konnten, und dann direkt ins Bett – nachdem ich zu dem Zeitpunkt schon 20 Stunden wach war sehne ich mich nach der Schlafcouch wo ich innerhalb kuerzester Zeit in einen Koma-aehnlichen Schlaf gefallen bin!
Am naechsten Morgen ging es dann auf nach Norden, naemlich nach LA. Heute stand ein ‘inoffiziellen Auswanderertreffen’ auf dem Programm, zu fuenft genossen wir ein fantastischen Lunch in der Cheesecake Factory, wo das Sahnetupferl dann ein Stueck unheimlich koestlicher Cheesecake war – in meinem Fall (dank Mikaela’s Tip) der Tuxedo Cake, ein dark chocolate cheesecake mit Mascarpone Streifen..hmmmmm!
Danach, um die unnoetig angefressenen Kalorien in Schwung zu kriegen, fuhren wir nach Venice Beach, and den ‘Muscle Beach’, wo nicht nur massive Menschen Gewichte am Strand heben und den Otto-Normal Weichling mit ihrer Kraft beeindrucken, sondern wo auch sonst jede schrille Figure LA’s die etwas auf sich haelt frueher oder spaeter flaniert. Hier gilt: Sehen und gesehen werden vom Allerfeinsten, und genau das haben wir auch getan!
Nach einer Weile drueckten allerdings die Blasen…was kann man auch anderes erwarten bei einer Gruppe von vier Maedels und nur einem einzigen Vertreter des maennlichen Geschlechts, aber leider gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Klo eher schwierig. Die oeffentlichen am Strand waren komplett unakzeptabel, so kamen wir auf die gute Idee in einem Café nach Toiletten zu suchen.
Grundsaetzlich ist es ja kein Problem in den USA einfach in ein Restaurant zu marschieren, die Toilette zu benutzen, und dann wieder raus zu laufen.
Diesmal war allerdings der Wurm drin…keines der Restaurants die wir ansteuerten hatte Toiletten, so dass wir alle schon leicht gequaelt drein schauend in ein etwas abgeschmoddertes asiatisches Restaurant, wo wir eine Toilette auffanden die auch nicht viel besser war als die am Strand, aber dafuer dann noch etwas kaufen mussten (war nur fier Gaeste) und Mikaela so ihren ersten ‘geroesteter Mist’ Tee trank..hmmm lecker!
Danach ging es direkt wieder an den Strand, wo wir noch eine Weile im Sand sassen und tratschten.
Ein Wort moechte ich hier den Venice Beach Fahrradfahrern zusprechen: Hut ab vor deren Hartnaeckigkeit!!!
Jedes Mal wenn ein Fussgaenger auch nur daran denkt den Fahrradweg zu betreten kommt direkt ein nahezu hysterisch wirkender Fahrradfahrer direkt auf ihn zugefahren, guckt unheimlich boese, und meckert: Bike Lane! Bike Lane!
Auch schoen, einen Tag lang Radln gehen und dabei non-stop Bike Lane schreien…..die spinnen die Amis!
Nach einem relativ langen Flug nach Hause bekam ich dann die Nachricht bei der Arbeit – ich soll nach Jordanien fliegen….habe ich aber dankend abgelehnt, bin erstmal genug geflogen!!!
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116. Bilderblog - Zurueck in Miami
Posted by DrPepper on September 26th, 2008 filed in Florida
Nach langem Schweigen melde ich mich hiermit aus dem sonnigen Miami zurueck!
Als ich im April 2006 nach New York ging wurde mir gesagt dass das Projekt in New York auf KEINEN Fall laenger als ein Jahr dauern wuerde - und das haette ja auch fast geklappt. Fast, weil es nun doch schlussendlich 2 Jahre, 4 Monate und 8 Tage waren (nicht dass ich gezaehlt haette….).
Aber jetzt bin ich wieder zu Hause, und geniesse es in vollen Zuegen. Um euch ein bisschen an meiner Wahlheimat teilhaben zu lassen moechte ich diesen Blogeintrag zum Bilderblog erklaeren.
Ueber die Jahre haben sich einige schoene Fotos angesammelt, die ich mit euch anschauen moechte.
Nicht alle Fotos habe ich selber gemacht, mein Vater hat bei seinem Besuch vor einiger Zeit massiv beigetragen.
Zunaechst einmal zum strategischen: Eigentlich wohne ich nicht in Miami, sondern in Coral Gables. Das ist eine relativ kleine Stadt, die aber im Laufe der Zeit von Miami ‘umrundet’ wurde. Noch immer unabhaengig als Stadt, trotzdem irgendwie ein Teil von Miami. Viele Bilder die ich euch zeigen werde sind aus Coral Gables, viele andere von Coconut Grove. Das ist ein Stadtteil von Miami, um genau zu sein, der aelteste Stadtteil. Frueher Hippie-Treff, heute mehr Yuppie-Community, ist hier inzwischen der Preis der Hauser einer der hoechsten. Geografisch liegen sowohl Coral Gables als auch Coconut Grove suedlich von der Miami-Innenstadt, und sind in vielen Gegenden untrennbar miteinander verschmolzen.
Andere Fotos sind natuerlich von Miami selber, der Innenstadt etc, und auch von Key Biscayne - der Miami vorgelagerten Halbinsel die mit pief-feinen Wohngegenden und traumhaft schoenen Straenden aufweisen kann.
Ich hoffe dass euch die Bilder gefallen, und werde probieren immer ein bisschen zu kommentieren!
Los geht’s mit dem Sonnenaufgang, fotografiert vom Strand in Key Biscayne:
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dann eine kleine Rundfahrt durch Coral Gables:
Das Biltmore, eines der feinsten Hotels vor Ort …
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… der Biltmore Pool …
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Weil’s so schoen war, nochmal das Biltmore:
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erst kuerzlich von mir entdeckt - die verblueffend schoene Buecherei von Coral Gables
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hier im Garten der Buecherei kann man seine ausgeliehenen Buecher unter Palmen lesen
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jetzt ein paar Bilder meines Lieblings-Strands, dem Matheson-Hamock Park in Coral Gables. Alles unbearbeitet uebrigens
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Blick auf Miami im Sonnenuntergang, von Matheson-Hamock
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Durch ganz Coral Gables ziehen sich Kanaele und Wasserstrassen, wie diese hier. Das ist uebrigens die, die direkt an meinem Gebaeude vorbei geht …
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die ganze Gegend hier ist fuer ihre merkwuerdigen Pflanzen bekannt, und viele Gegenden sind komplett ueberwachsen. Nachfolgend kommen einige Bilder aus Coral Gables und Coconut Grove, die die oertliche Fauna zeigen …
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speziell einige Gegenden in Coconut Grove sehen aus als waeren sie im tiefsten Dschungel
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hier zwei verliebte Palmen auf Key Biscayne …
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Weil’s so schoen war noch ein paar Fotos von Coral Gables und Coconut Grove …
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Jetzt geht’s weiter mit dem oertlichen ‘Wildlife’ …
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weiter geht’s auf meiner virtuellen Rundfahrt durch Coral Gables und Coconut Grove
Coral Gables City Hall …
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das Chinese Village …
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Villa Vizcaya …
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ein kleiner Abstecher nach Key Biscayne …
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Downtown Miami …
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Bayside und der Freedom Tower …
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Zum Abschied noch der Ausblick von Scotty’s, einem meiner Lieblings-Restaurants. Tagsueber:
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und am Abend ….
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Ich hoffe es hat euch gefallen, und ihr kommt uns mal besuchen in …
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… wo sogar die Warnschilder irgendwie ‘anders’ sind
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115. Warten auf…..Ben Hur
Posted by DrPepper on Juli 25th, 2008 filed in Florida
Nachdem meine Zeit in New York sich nun unweigerlich einem Ende entgegen neigt war es an der Zeit fuer mich meinen Umzug (=Rueckzug) nach Miami zu planen.
Aufmerksame Blog-Leser werden sich erinnern dass ich bereits vor einem knappen Jahr meine Wohnung in Miami bezogen habe, aber diese war bisher eher spaerlich bestueckt mit einem Bett, zwei Barhockern, zwei Gartenstuehlen und einem Luftbett als Couch.
Meine Moebel standen ja bislang in New York, und sollten nun von mir nach Miami umgezogen werden.
Man stellt sich die Sache ja relativ einfach vor – Umzugsfirma wird beauftragt, Moebelpacker kommen und laden die Moebel ein, nach ein paar Tagen kommen die Moebelpacker dann in Miami an und entladen die Moebel…fertig!
So einfach war die ganze Sache leider garnicht, und der Umzug hat mir einige graue Haare bereitet.
Nachfolgend wird ein Bericht des ganzen Umzugs sein. Leider kann ich mich nicht mehr an exakte Details wie zum Beispiel Uhrzeiten erinnern, aber ich habe der Einfachkeit halber Schaetzwerte angegeben. Also, zieht euch warm an, I am proud to present – my Umzug:
Anfang Juni:
Angesichts der Tatsache dass ich Ende Juni bei der Arbeit sehr eingespannt sein wuerde wollte ich rechtzeitig mit der Planung anfangen.
Eine Umzugsfirma musste also her! Meine zwei Kriterien die es unbedingt zu erfuellen gab waren:
1. Die Firma musste mir garantieren koennen dass sie an einem bestimmten Tag, naemlich Samstag den 19. Juli liefern koennten
2. Die Firma musste American Express akzeptieren, denn der Umzug ging ja auf Kosten meines Arbeitgebers, und dieser hat mich ja freundlicherweise mit einer Amex ausgestattet
Also fing ich an Google zu bemuehen um eine geeignete Firma zu finden. Garnicht so einfach!!
Eine website die ich gefunden hat pries an sofortige Kostenvoranschlaege zu liefern, also fing ich an meine Daten einzugeben…Umzugsdatum, Telefonnummer, von wo nach wo, wieviel Umzugsgut. Grosser Fehler. Es stellte sich heraus dass diese Website eigentlich nur ein Broker ist der meine Daten dann an unzaehlige Umzugsfirmen und Umzugsbroker weitergereicht hat, und ich wurde ab sofort mit emails und Telefonanrufen foermlich bombardiert. Sogar heute noch, satte 1.5 Monate spaeter, bekomme ich gelegentlich Anrufe von irgendwelchen Moving Companies die mir tolle Quotes anbieten koennen….abartig!
Nach einer Weile war eine Firma gefunden, von der ich annahm sie sei eine eigentliche Umzugsfirma. Dass es sich bei dieser Firma um einen weiteren Broker handelte der mich spaeter an eine Firma vermitteln wuerde ahnte ich in diesem Moment noch nicht!
Der Vertrag war schnell gemacht, eine Quote erstellt, und sowohl Abhol- als auch Lieferdatum festgelegt. Ein paar Tage spaeter musste ich die Quote nochmal aendern, da ich nun auch noch ein paar Kisten und einen Fernseher fuer meinen Kollegen Juan mitnehme – war aber kein Problem, neue Quote erstellt, alles bestens! Ausserdem habe ich $400 angezahlt um den Vertrag bindend zu machen.
Ende Juni:
Eine Email von dieser Umzugs-Broker-Firma erreicht mich um mir mitzuteilen dass mein Carrier, sprich der eigentliche Spediteur, zugeteilt worden sei. Zwar war ich etwas ueberrascht da ich ja annahm die Firma selber waere der Spediteur, aber egal. Die Firma die gewaehlt wurde heisst Ben Hur und ist in der Bronx ansaessig. Beide Daten (Abhol und Lieferdatum) wurden nochmals bestaetigt. Nach wie vor: alles bestens!
Ende Juni zwei Tage spaeter:
Eine Email erreicht mich die mir die sofortige Schliessung und Terminierung des Brokers verkuendet! Des Weiteren wurde mir mitgeteilt dass saemtliche finanziellen Verbindlichkeiten entweder hinfaellig waeren oder durch den Insolvenz-Richter geregelt wuerden. Fantastisch!!!
Ein Anruf bei Ben Hur bestaetigte mir jedoch, dass mein Umzug nach wie vor geplant waere fuer die von mir genannten Daten, und auch die neue Quote wurde mir nochmals bestaetigt.
Zwar hatte ich das ungute Gefuehl dass die $400 auf Nummer-Wiedersehen verschwunden waren, aber immerhin war mein Umzug noch in trockenen Tuechern!
Erste Juli-Haelfte:
Die ersten Juli-Wochen waren verhaeltnismaessig ruhig, zumindest in Sachen Umzug. Zwar war ich mit Packen beschaeftigt und hatte mit der grossen Kaefer-Plage zu kaempfen (siehe letzter Blog-Eintrag) und viel Arbeit am Hals, aber Stueck fuer Stueck ging es vorwaerts.
Der pick-up fuer die Moebel war fuer Sonntag den 13. Juli anberaumt, was mir mit meiner cleveren Planung den Samstag davor noch komplett zur Verfuegung stellte um die restlichen Dinge zu packen
Freitag, 11. Juli:
Mich in der Sicherheit waehnend dass ich noch den morgigen Tag zur vollen Verfuegung habe nutzte ich diesen Tag um ganz gemaechlich die ein oder andere Kiste zu packen.
Gegen 18:00 dann ein Anruf von Ben Hur – ob es mir was ausmachen wuerde den Abholungs-Zeitraum von 9-10 auf 12-2 zu aendern. Kein Problem…. Aber wie bitte> morgen schon????
Schlagartig wurde mir bewusst dass ich denen zwar immer Sonntag gesagt hatte, aber dafuer das Datum von Samstag!!! Schoene Kacke, jetzt konnte nur eins die Situation retten: Sinnlose Panik!!!
Nachdem ich ein paar mal wie ein aufgescheuchtes Huhn durch mein Wohnzimmer gerannt bin habe ich mich dann also auf einen all-nighter express-Packen eingestellt, und hatte dann auch Samstag Vormittag soweit alles fertig….puh!
Samstag 12. Juli:
Heute sollte es also losgehen!
Vormittags kam mein Kollege Juan um seine Kisten und den Fernseher (man erinnere sich – neue Quote und so weiter) abzuliefern.
Dann wurde es 12 – und nichts passiert
Es wurde 2 – nichts
Also rief ich bei Ben Hur an… es gaebe eine kleine Verspaetung, aber spaetestens um 4 waeren sie da.
4 Uhr – nichts
4:30 – nichts
Ein weiterer Anruf bei Ben Hur vertroestet mich auf 6pm. Kein Problem, man ist ja flexibel!
6:00 – Anruf von Ben Hur, man sei jetzt unterwegs. Oh, und ich soll schonmal $20 bereit halten fuer die Bruecken-Gebuehr ueber die Whitesstone Bridge, dafuer sei ich naemlich zustaendig.
Bitte? Wieso muss ich denn eure Toll zahlen?
Das sei halt so!
Nun gut, was soll’s!
Um 6:45 kamen dann die Moebelpacker, begutachteten mein Hab und Gut, und stellten mit professioneller Unfreundlichkeit fest: ist viel zu viel!!!! Damit haette man nicht gerechnet, und ueberhaupt!
Ein Blick auf seine Packliste bestaetigt: der Mann hat noch die alte Quote!
Aufgeregtes Hin und Her, Telefonate mit dem office, Drama!
Auf meine Anregung hin doch einfach eine neue Quote zu erstellen die ernuechterne Nachricht: Man habe jetzt keinen Ansprechpartner der Quotes erstellt. Ich solle doch einfach einen blanken Kreditkarten-Abschnitt unterschreiben, und sie wuerden dann den neuen Gesamtbetrag spaeter einfuellen.
Jetzt mag ich ja manchmal ganzschoen naiv sein, aber SO doof war ich dann doch nicht!
Nach hitzigen Telefonaten mit diversen Managern und Supervisorn bei Ben Hur dann ein Kompromiss: Ich zahle erstmal die Haelfte des alten Quotes, waehrend des Transports wuerde dann das neue Total berechnet, und ich zahle den Rest dann bei Lieferung!
Nach diesem Geistesblitz erklaerten sich die Packer dann auch bereit zu packen! Prima!
Dann das naechste Problem: 3 Tische haben Glasplatten!
Das habe man ihnen so nicht gesagt, und das kostet extra und ist auch auf gar keinen Fall versichert!!!
Inziwschen machte sich auf meiner Stirn eine extreme Stress-Falte bereit, und in einem unter Umstaenden etwas unwirschen Ton erklaerte ich den beiden Typen deutlich dass mich nie jemand nach dem Material meiner Tische gefragt haette, und sie deshalb sofortigst zu packen haetten..und zwar vorsichtig!!!
Gegen 10pm war dann endlich alles gepackt, der Liefertermin am Samstag nochmals bestaetigt und handschriftlich auf dem Vertrag festgehalten, und ich bin mit meinem Carry-On Koefferchen in ein oertliches Hotel gezogen – mit der Vision dass ja nun das Schlimmste hinter mir liegt! (dass das aber nur das Aufwaermprogramm war habe ich eine Woche spaeter gelernt!
Montag 14. Juli bis Freitag 18. Juli:
Diese Woche habe ich geschaeftlich in Utah verbracht. Der Umzug in weiter Ferne, und bis auf einen kurzen Anruf bei Ben Hur um nochmal sicher zu stellen dass Samstag klappen wuerde war das ganze Thema nicht auf dem Programm.
Donnerstag Nacht bin ich dann mit dem red-eye Flug von Salt Lake City nach New York, und anschliessend von New York nach Fort Lauderdale geflogen – um sicher zu sein dass ich Samstag rechtzeitig in Miami bin, denn am Samstag kommen ja schliesslich meine Moebel!!!
Samstag 19. Juli:
Heute sollte also der grosse Tag sein! Gemaess Ben Hur sollte der Laster gegen 9am da sein. Also bin ich extra frueh aufgestanden, um nochmal ordentlich zu Staubsaugen und alles frei zu raeumen – denn dieser Umzug sollte problemlos gehen!
9am – nichts!
10am: Anruf bei Ben Hur. Nach etwa 10 Minuten (gefuehlten 2 Stunden, denn die haben die grauenvollste Wartemusik die mir je untergekommen ist) teilt Person X (habe die Namen bereits alle vergesen) mir mit dass FALLS es ueberhaupt am Samstag klappt, dann erst am Spaetnachmittag. So gegen 5. vielleicht.
Mein Einwand dass ja aber Samstag garantiert wurde, und dass ich sowieso nur die Wochenenden in Miami verbringe und zur Arbeitswoche wieder in NY sein muesse wurde mit einem ‘you don’t understand the long distance business’ abgetan.
5pm – (zur grossen Ueberraschung) nichts!
6pm, ich rufe wieder bei Ben Hur an. Mister X sei nicht mehr da, aber ich wuerde mit Mister Y verbunden, please hold.
6:15 – ich holde noch immer!
6:18 – werde aus der Leitung gekickt.
6:19 – ich rufe wieder bei Ben Hur an. Man teilt mir mit dass sowohl X als auch Y am Telefon seien (ich dachte X waere nach Hause gegangen???). Ich soll aber mal warten, sie verbindet mich!
6:23 – ich spreche jetzt zu Mister Z. Dieser teilt mir mit dass ich mir eine Samstags-Lieferung direkt schwungvoll abschminken kann, der Laster sei sowieso erst bei Orlando und hat noch ganz ganz viele Lieferungen vor meiner! Alternativ koenne er mir aber Montag Morgen reservieren, gleich als allererstes!!!
Die Stressfalte auf meiner Stirn wurde tiefer, aber na gut. Monday it is! Ich wollte Montag eh frei nehmen um die Kisten in Ruhe auszupacken und mich einzurichten. Montag also!
Montag, 21. Juli
Heute um 9 sollen die Moebel endlich kommen!
9:00 – nichts!
10:00 – ein riesengrosser Lastwagen von Ben Hur biegt in meine Strasse ein und haelt vor meinem Gebaeude. Raus kommen meine beiden hochmotivierten (I wish!) Moebelpacker, und fangen direkt an zu erklaeren dass sie mit ihrem Laster NICHT in meine Strasse fahren koennen weil er zu gross ist, und die Baeume zu niedrig, und die Polizei wuerde ihnen ein Ticket schreiben.
Der Security Typ von meinem Gebaeude und die Gebaeude Managerin kommen dazu und versichern dem Fahrer dass sie ein Abkommen mit der Coral Gables Police haben und dass es kein Problem ist den Lastwagen dort stehen zu lassen, und dass es immer so gemacht wird wenn jemand ein- oder auszieht.
Der Fahrer laesst sich aber nicht beirren und beharrt auf dem Problem der niedrigen Baeume. Meinen Einwand dass er ja bereits vor dem Gebaeude steht, und Baeume hin oder her er irgendwann weiterfahren muss sei es nun mit oder ohne meine Moebel an Board interessieren ihn ueberhaupt nicht. Er steigt entschlossen wieder in seinen Laster und teilt mir mit dass er einen kleineren Laster mieten muss, meine Sachen umladen wird und dann wiederkommt. Auf jeden Fall heute. Zitat: ‘Today Im all yours. You will definitely get your stuff today!’
Er faehrt davon und verspricht in etwa einer Stunde wieder da zu sein (sure…..)
11:00 – nichts. Ich rufe den Fahrer an, dieser erklaert er sei jetzt auf einem truck stop etwa 3 Meilen noerdlich von mir und wartet darauf dass seine Firma ihm einen kleineren Truck mietet
12:00 der Fahrer ruft an und bittet mich doch mal im Internet nach Truck Rentals zu suchen, und zwar der Firma Budget. Ich rufe ihn nach ein paar Minuten zurueck und gebe ihm die Nummer eines truck rentals was nur etwa 1.5 Meilen von meinem Haus liegt.
13:00 Ich rufe den Fahrer wieder an um mich nach dem Status zu erkundigen. Er unterbreitet mir dass er jetzt unterwegs ist auf der I-95 nach Norden. Das ist natuerlich leider die ganz falsche Richtung, und ich frage ihn entsetzt wo er denn hin will. Zu Exit 48 erklaert er mir. Da, so habe seine Firma rausgefunden, sei naemlich der naechste Truck Rental und da muss er hin. Exit 48 ist uebrigens stolze 90km von mir entfernt, noerdlich von Boca Raton!!!
13:30 – um mir die Zeit zu vertreiben rufe ich wieder bei Ben Hur an. Nach einigen Minuten in der Warteschleife erklaert mir Person Y dass er ja gesehen haette dass der Fahrer einen kleineren Truck mieten muss (ach nee!!!). Auf meine Frage wer das denn bitte bezahlt meint er nur mit einem Brustton der Ueberzeugung: ‘well, YOU!!!!’. Das fande ich ja nun nicht so fair, und fragte wieso ich denn bitte den Truck Rental zahlen sollte. Er meinte nur: ‘ you have to understand the long distance business, this is how it is!’
16:00 – der Fahrer ruft und und verkuendet mir dass bei der Truck Rental Station bei Exit 48 UND ueberall in Miami KEINERLEI Trucks verfuegbar waeren. Man muesse bis morgen warten. Aber morgen waere ich dann gleich als ALLERERSTES dran!!!
Als ich verkuende dass ich aber morgen aber schon wieder in NY sein werde sagt er mir grosszuegig dass es ihm auch nichts ausmachen wuerde meine Moebel noch ein paar Wochen durch die Nation zu fahren. Prima!!!!
16:10 – Ich habe bei den ersten drei Truck Rental Firmen angerufen die auf der Liste standen. Bei einer habe ich niemanden erreicht, bei den beiden anderen sind Trucks durchaus verfuegbar.
16:20 – Ich rufe wieder Ben Hur an. Diesmal echt sauer!!! Mister X erklaert mir dass sein Boss nunmal beschlossen haette erst morgen den Truck zu mieten, und ich solle mich doch bitte mit ihm auseinandersetzen. Wollte ich auch, aber nach etwa 7 Minuten in der Warteschleife wurde ich wieder aus der Leitung geworfen.
16:30 – ich rufe wieder an. Der Supervisor sei jetzt nicht mehr zu erreichen, der arbeitet naemlich nur bis 16:00. Aha!
16:40 – ich telefoniere wieder mit Mister X und mache meinem Aerger gepflegt Luft. Immerhin waren die Moebel ja am Morgen schon vor der Haustuer, und die Sache koennte laengst gelaufen sein! Nachdem ich bei der Arbeit alles geklaert hatte einige ich mich dann mit Mister X auf Dienstag morgen, ganz frueh, als allererstes!!!
Dienstag, 22. Juli
Heute soll es also GANZ frueh soweit sein!
9:00 – nichts
10:00 – nichts! Also rufe ich bei Ben Hur an, wo mir versprochen wird dass der Fahrer bestimmt so gegen 11 da sein wird.
11:00 – nichts! Ich rufe den Fahrer an, der mir erklaert er sei in Jupiter, FL was etwa 1.5-2 Stunden entfernt ist. Warum er in Jupiter ist? Who knows!!!
Ich frage ihn also ob er jetzt auf dem Weg zu mir ist, und er erklaert mir dass er noch 4 Jobs vor mir hat, aber er waere dann so gegen 6 da.
16:00 – ich rufe bei Ben Hur an um mir den Status bestaetigen zu lassen. Dort erklaert mir Mister Y dass es eventuell klappen koennte, aber nur wenn es aufhoert zu regnen, denn in meiner Gegend solle es gerade ganz stark regnen! Ich erklaere ihm dass ich auf dem Balkon stehe und die Sonne lacht vom Himmel, dieser ist babyblau und wolkenfrei. Stoert ihn nicht! Wenn er sagt es regnet, dann regnet es!
16:20 – ich rufe nochmal den Fahrer an, der mir bereitwilligst erklaert dass er ja erst noch einen Job vor mir hat, und dass es mit Sicherheit heute nichts mehr wird. Mir platzt endgueltig der Kragen und ich erklaere ihm unmissverstaendlich was ich von seiner Firma halte.
16:30 – ich rufe nochmal Ben Hur an und drohe ihnen, auf Anraten meines Bosses, mit einem Anwalt der sie auf Verguetung fuer die verlorene Arbeitszeit, die verbrauchten Handy-Minuten und auf Vertragsbruch haftbar machen wuerde. Person V am anderen Ende wird sehr ruhig und erklaert mir dann, dass der Truck in 30-45min bei mir sein wuerde. Geht doch!!!
17:30 – der Truck kommt. Uebrigens kein kleinerer Truck, sondern der gleiche der schon Montag Morgen bei mir war….!!!!!!!!!!
Die Moebelpacker sind natuerlich in allerbester Laune und erklaeren mir gleich zu Beginn dass sie sich enorm Zeit lassen werden, denn sie wollen den Job der jetzt durch mich nach hinten verschoben wurde heute nicht mehr machen.
Zeit haben sie sich dann auch gelassen, waren richtig unfreundlich, und wollten am Ende nichtmals mehr die Sachen aus den Kartons nehmen die sie selber gepackt hatten (Tischplatten etc).
Als besonderes Schmankerl: Waehrend die Packer bei mir packen erklaert einer von ihnen am Telefon einem anderen Kunden dass er gerade auf dem Weg ist um einen kleineren Truck zu mieten…..
Das war also mein Horror-Umzug! Eins steht fest: das naechste Mal nehme ich nur noch mit was in mein Auto passt….der Rest wird neu gekauft! Kostet nicht mehr Geld und auf jeden Fall weniger Nerven!!!!
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114. Bugs
Posted by DrPepper on Juli 7th, 2008 filed in Florida
Liebe Blogleser,
Schon sind wieder einige Wochen seit meinem letzten Beitrag ins Land gezogen, und vieles hat sich ereignet.
Beruflich habe ich einen wichtigen Meilenstein erreicht, und bin nach ueber zwei Jahren harter Arbeit bei Jetblue stolz berichten zu koennen, dass wir endlich unser Ziel erreicht haben, und nach einer knochenharten Woche unsere Software nun komplett bei Jetblue eingefuehrt haben. Der Uebergang war recht problemlos, und von Seiten unserer Software hat es zum Glueck keinerlei Probleme gegeben.
Nun beschaeftigen wir uns noch eine kleine Weile damit die Anwender richtig fit in unserem Programm zu bekommen, und die nun zum Tage gekommenen Daten-Unreinheiten aus dem alten System zu bereinigen….alles peanuts im Vergleich was wir schon hinter uns haben.
Ich komme mir vor als waere mir eine Tonne Blei von den Schultern genommen worden, und nun sind es auch nur noch ein paar Wochen bis ich Ende August mein final goodbye in New York sage, und mich wieder permanent in Miami niederlasse.
In den naechsten Wochen stehen mir viele goodbye parties bevor, denn unser gesamtes Projekt-Team besteht zum Grossteil aus ‘geliehenen’ Vertretern der verschiedenen Fachbereiche, die nun einer nach dem anderen an ihre alten Arbeitsplaetze zurueck gehen, und natuerlich muss fuer jeden eine Party her – es stehen mir also ein paar relativ entspannte Wochen bevor, obwohl schon jetzt eine gewisser Abschieds-Schmerz bei allen zu spueren ist, denn die letzten 2 Jahre 4 Monate 6 Tage und 2 Stunden (nicht dass ich zaehle…) waren zwar harte Arbeit, oft frustrierend und einfach fies, aber es gab auch mindestens genauso viele schoene Erinnerungen, neue Freunde, und ueber so mancher durchgearbeiteten Nacht sind wir alle gute Freunde geworden.
So werde ich New York mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen, und so sehr ich entschlossen bin nie wieder in New York zu wohnen…I’ll be back (…to visit).
Ein langes Wochenende liegt nun gerade hinter uns, denn am Freitag wurde ja der Unabhaengigkeitstag der Amerikaner von den Briten gefeiert. Die Angelsachsen selber waren davon natuerlich maechtig unbeeindruckt, und haben stattdessen in Wimbledon Tennis gespielt.
Hier gab es alles was man sich von einem guten 4. Juli erwartet: schoenes Wetter, BBQ, Hot Dogs, Paraden, Faehnchen, und ein natuerlich einen Anfall von Patriotismus wie ihn nur die Amis hinkriegen.
Leider meinte es das Wetter nicht gut mit mir, meinen Kollegen und alles anderen Beiwohnern der Coconut Grove 4th of July celebration – das um 9pm geplante Feuerwerk, das vor malerischer Kulisse hinter Palmen auf der Biscayne Bay gezuendet werden sollte fiel leider weitestgehend ins Wasser – um Punkt 8:45pm fing es an zu regnen…und wer schonmal in Florida Regen erlebt hat, der weiss dass das kein leichter Nieselregen ist. Wenn es in Florida regnet, dann REGNET es!!! Niederguesse epischen Ausmasses!
Da half nur die Flucht in ein nahegelegenes Restaurant, wo der Abend dann aber doch noch ein schoenes Ende nahm (wir hatten grossen Glueck einen Tisch am Fenser zu bekommen, so dass wir das Feuerwerk im Regen trotz allem bewundern konnten).
Im Moment sitze ich gerade im Flugzeug, und befinde mich in etwa 30 Tausend Fuss ueber Maryland – meine Montag-Morgen Routine ist im vollen Gange, und ich fliege ins Buero (wer kannd as schon von sich behaupten… )
Es steht mir mal wieder eine anstrengende Woche bevor, denn am kommenden Wochenende kommen die Moebelpacker und werden mein wertes Hab und Gut verladen, um es ca eine Woche spaeter hoffentlich unbeschadet in Miami zu liefern.
Mir stehen also nach Feierabend lange Abende des Ausmistens, Packens, Organisieres etc bevor.
Letzte Woche habe ich bereits meinen Kuechen-Schrank ausgeraeumt, denn die noch darun befindlichen unverderblichen Lebensmittel (Dosen etc) gehen durch eine Freundin von mir an eine Obdachlosen-Mission in Brooklyn (bin doch nicht so verreuckt dass ich ein paar Dosen Ravioli ueber 1000km quer durch die Nation transportiere).
Die Sache mit dem Kuechenschrank – sehr sehr unschoen!
Als ich die Dosen schwungvoll aus dem Schrank zog fuehlten sich wohl die in meinem Kuechenschrank wohnhaften Kakerlaken in ihrer Ruhe gestoert, und innerhalb von Sekunden krabbelte und wuselte es UEBERALL!!!
Waehrend ich ja nach meinen 2 Jahren 4 Monaten und 6 Tagen und 2 Stunden in New York (nicht dass ich zaehle) zum routinierten Kakerlaken-Moerder geworden bin und eigentlich immer einen Fetzen Kuechenrolle zur Hand habe um das ein oder andere Krabbelviech zu erlegen, so war das dann doch einfach zu viel, staerkere Waffen mussten her!
Also bin ich in den drug store um die Ecke getrabt, und habe dort eine grosse Dose Gift gekauft, welches ich dann direkt gleichmaessig in meinen Schrank-Boeden gesprueht habe. Jetzt krabbelt nichts mehr (ich waere allerdings dabei auch fast abgestorben), dafuer bin ich jetzt grosser Meister im Kakerlaken-Kadaver beseitigen! (sollte mal jemand Bedarf haben, email an mich genuegt!)
An dieser Stelle moechte ich gerne, im Zuge der Aufklaerung der Touristen, die New Yorker Kakerlake mit der Miami Kakerlake vergleichen. Ich habe ja schon oefter mal New Yorker mit Miamianern verglichen, warum nicht in der Tierwelt weitermachen.
Grundsaetzlich kann man sich in beiden Staedten der Kakerlaken-Infestiereung kaum erwehren. In New York ist es ein absolut aussichtsloser Kampf, denn die gesamte Stadt ist derartig verseucht dass auch der sauberste, desinfizierteste Haushalt unerwuenschte Haustiere hat. Sie wohnen in Wanden, Ecken, Wasserleitungen, kriechen durch Ritzen in den (oftmals sehr alten) Gebaeuden und sind einfach ueberall. Widerstand ist zwecklos, man lernt damit zu leben.
In den 90ern war es sogar mal so schlimm, dass die Stadt eingreifen musste, und es fuer eine kurze Zeit ‘Staedtische Kammerjaeger’ gab, die alles besprueht haben was man auch nur irgendwie bespruehen kann. Der einzigste Effekt: fuer kurze Zeit ging die Kakerlaken-Verseuchung leicht zurueck, dafuer wurden die Ueberlebenden Kakerlaken immun gegen das staedtische Gift. Und sie waren sehr sehr sauer!!!!
In Miami ist es aehnlich, allerdings in kleinerem Stil. Auch hier hat man mit der gelegentlichen Kakerlake zu kaempfen, aber das Phaenomen ist laengst nicht so ausgepraegt wie in the Big Apple.
Der Unterschied liegt im Krabbelvieh an sich.
Die New Yorker Kakerlake ist in etwa 2cm lang, und relativ leicht zerdrueckbar (knirscht nur ganz wenig).
Die Miamianische Kakerlake hingegen ist gross genug dass man ihr ins Auge sehen kann (etwa 5-7cm), sie kann fliegen (was im Zuege eines Mensch gegen Kakerlake Kampfes ein enormer Vorteil fuer das Krabbelvieh ist) und sie ist so gross dass drauftreten eigentlich nichts bringt….die Kakerlake laeuft weiter, jetzt mit einem Menschen Huckepack!
Zum Glueck kommen diese Viecher aber nicht in solch enormer Anzahl vor wie ihre kleineren Cousins in New York – sonst wuede ich sofort nach Alaska auswandern!!!!
Wo wir gerade bei Viehzeug sind…
Da Miami ja in tropischen Gefilden liegt gibt es hier Viecher mit denen der geubete Mittel-Europaer nicht recht umzugehen weiss.
Ein guten Beispiel hierfuer ist der Alligator. Vorteil: er ist gross genug dass er sich bestimmt nicht im Kuechenschrank hinter den Ravioli-Dosen versteckt.
Nachteil: Mit Kuechenrolle zerdruecken geht nicht!
Zwar ist eine Begegnung mit diesen putzigen Artgenossen in Miami nahezu ausgeschlossen, sollte es aber doch passieren (kann ja sein dass sich mal ein Alligator nach Calle Ocho verirrt um einem guten, starken, suessen kubanischen Espresso zu trinken) dann emfiehlt der Experte folgendes:
- Nicht streicheln!
- Wenn die Echse zischt ist das KEIN (!!) gutes Zeichen, und man sollte lieber gepflegt den Rueckzug antreten. Mein persoenlicher Rat ist auch ohne Zischen sofort das Weite zu suchen
- Sollte es zu einer Verfolgungsjagd kommen…viel Glueck! Diese behaebig wirkenden Echsen koennen bis 30 km/h schnell rennen. Allerdings haben sie Muehe mit Kurven, deshalb wir ein Zick-Zack-Kurz empfohlen.
- Man sagt dass die Alligatoren wenig Kraft haben ihr Maul zu oeffnen, dafuer aber viel Kraft es zu schliessen. Sollte also trotz Zick-Zack-Kurz die Echse gewinnen, so soll man schnellstens das Maul zuhalten. Viel Glueck dabei.
- Der Autos hat keinen der oben genannten Ratschlaege in eigener Person getestet, und freut sich ueber Feedback von eventuell Ueberlebenden.
Ein weiterer lustiger South Floridian ist der Leguan. Zwar wird dieser Kamerad richtig gross, ist aber im Gegensatz zu seinem handtschen-aehnlichen Alligatoren-Freund sehr harmlos. Meistens sitzt er in Baeumen, faellt steif von diesen runter wenn es mal zu kalt wird, und will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden.
Nicht zu verwechslen uebrigens mit dem freundlichen Gekko aus der Geico-Werbung, dieser zutrauliche kleine Kamerad ist sehr Menschen-freundlich, und steht immer mit Rat und Tat zur Seite!
Ameisen. Es klingt so harmlos. Ja, man kann sie zertreten (knirschen fast nicht), aber da ja in Amerika bekanntlich ALLES irgendwie groesser ist sind es auch die Amerisen….und 2cm lange Exemplare sind keine Seltenheit. Ausserdem beissen sie, und es gibt richtig viele von ihnen. Eine Ameisenstrasse von dieser Gattung gleicht eher einem Superhighway, und ist mit aeusserster Vorsicht zu geniessen.
Dann waren da noch die Moskitos, von denen es in Miami fast mehr gibt als Kubaner (aber nur fast), die aber relativ einfach mit OFF bekaempft werden koennen.
Achtung: Ich habe mir sagen lassen dass das in Deutschland angepriesene Autan mehr wie ein Lockmittel als eine Abschreckung auf die gemeine floridianische Muecke wirkt – lasst also die Haende davon!
So, nun sind wir bereits im Landeanflug, und ich muss meinen Laptop zuklappen.
Nachdem wir jetzt die Landbewohner diskutiert haben koennen wir ja beim naechsten Mal ueber die flordianischen Meeres-Bewohner sprechen!
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113. Hot town - summer in the city
Posted by DrPepper on Juni 17th, 2008 filed in Florida
Nachdem ich mich in meinem letzten Beitrag noch bitterlich ueber die Kaelte beschwert habe, so ist jetzt das absolute Gegenteil eingetreten, und der Big Apple schmilzt langsam unter einer anhaltenden Hitzewelle zu einem Big Brat-Apfel zusammen.
Anfang letzter Woche hat sich mein Thermometer verabschiedet, aber der Wettermann in Fernsehen hat mir gefuehlte 107 Grad Fahrenheit attestiert, das entspricht knackigen 41 Celsius-Graden, und ist gelinde gesagt scheiss-heiss!!!
Ich habe es dabei gemacht wie alle New Yorker – ich habe mich eigentlich garnicht mehr bewegt, und mich vor Klimaanlage und Ventilator auf der Couch, ausgeruestet mit Eiscreme, eisgekuehlten Getraenken und frischen Gedanken, haeuslich nieder gelassen.
Waehrend sich das restliche Jahr die NYer Einkaufs- und Dinier-Etablissments mit fantastischen Preisen, fantastischem Essen und (eigentlich sehr selten) mit Beidem ruehmen, so galt in der grossen Hitze nur eins: do you have air conditioning??
So wurden die Warteschlangen bei den wohl-temperierten Einrichtungen laenger und laenger, waehrend die warm-schwuelen Konkurrenten vor leeren Tischen schwitzten.
Sogar der Starbucks meiner Wahl sah sich gezwungen, die sonst zur Verfuegung stehenden Milch-Variationen zu entfernen, da diese wegen Hitze sauer geworden waren – und das obwohl das Starbucks-Management derartig viele Ventilatoren aufgebaut hatte, dass es mich fast wieder rueckwaerts aus der Tuer geblasen hat als ich dieselbe oeffnete.Gut dass ich, nicht zuletzt dank stetiger Einnahme diverser Starbucks-Koestlichkeiten, nicht so den kleinen duerren gehoeren, sondern eine gesunde Portion Lebendgewicht in den Kampf gegen den Ventilator bringen konnte!!!
Der letzte Ort wo man waehrend eines heissen Sommertages in New York sein will sind die Subway Stationen.
Ist es ‘ueber Tage’ heiss, so ist es ‘unter Tage’ vollkommen unausstehlich!!! Die Luft, die sich ja schon so in der Stadt eigentlich garnicht bewegt, ist unterirdisch natuerlich komplett festgefahren, und neben dem ueblichen Gestank von Rattengift, Muell, Rattenkadaver, diverse koerperliche Ausscheidungen und alt-mottigen U-Bahn kommt an diesen heissen Tagen dann noch der abgetragene Geruch von schwitzigen Anzugtraegern und eine unfassbare Schwuele hinzu! Einfach grossartig!!!
Uebrigens kann man die U-Bahn-Passagiere wenige Tage nach Einsetzten der grossen Hitze daran erkennen, dass sie sich nur noch mit eine Box Kleenex unter dem Arm fortbewegen – denn der grossen Hitze folgt der grosse Schnupfen, da man ordentlich verschwitzt vom Bahnsteig einen auf erfrischende 18 Grad gekuehlten Zug besteigt – vielleicht eine Verschwoerung der Pharma-Industrie???
Sollte dem mitfuehlenden Leser jetzt eine Traene des Mitleids das Gesicht runterlaufen, und der Denker sich grosse Sorgen um den Fortbestand der NYer machen, so kann ich beruhigen: inzwischen sind die Temperaturen aber wieder auf einen erstraeglichen Stand gekommen, und der ein oder andere Subway-Schnupfen vergangen!
Uebrigens wird das mein letzter NY Sommer, und auch ein NY Herbst wird nicht mehr folgen – meine Zeit hier in the city neigt sich nun tatsaechlich ihrem Ende entgegen. Zwar gibt es noch kein festes Datum wann ich wieder Vollzeit nach Miami ziehe, aber einen festen Termin gibt es doch schon: am 13. Juli werden meine Moebel und Sachen von einer hochmotivierten Umzugsfirma abgeholt, und ziemlich genau eine Woche spaeter werden meine Moebel, hoffentlich komplett und unbeschadet, in Miami ankommen….juuuhuuuu – endlich habe ich dann auch Moebel in der Wohnung, im Moment sieht es schon noch alles sehr kahl aus!!!
Die Umzugskisten wurden bereits gestern geliefert, und ich verbringe nun meine Feierabende damit durch meinen ganzen Kram zu wuehlen, zu sortieren, kategorisieren, planen etc…bislang sind leider erst 2 Kisten gepackt, aber ich habe ja auch noch einige Zeit!
Vor ein paar Tagen habe ich einiges an Sachen angesammelt die zwar noch OK waren, die ich aber trotzdem nicht nach Miami mitnehmen will. Um diese nicht wegschmeissen zu muessen habe ich sie alle in den Hausflur meines Wohngebaeudes getragen, dort liegen lassen, und per Hand ein Schild mit ‘FREE’ geschrieben – keine 45 Minuten spaeter habe ich den Stand der Dinge ueberpruefen wollen, und nicht nur waren ALLE Sachen weg, es hat sogar jemand mein FREE Schild mitgenommen!!!!?!?!??!
A propos merkwuerige Verhaltensweise der Amerikaner….
Da ja nun die Reisezeit wieder ansteht moechte ich die USA-Urlauber unter euch natuerlich an meinen Erfahrungen und Erlebnissen im Umgang mit den, zeitweise etwas wunderlichen, Amerikanern teilhaben lassen.
In den Sommermonaten gehoert der floridianische Strand ja fast ausschliesslich den Touristen, aber entgegen anderlautenden Geruechten sind diese nicht alle Europaer (obwohl der starke Euro natuerlich hilft….) – gelegentlich findet sich auch der ein oder andere Amerikaner am Strand, und alle die ihr zu Hause noerdlich von Atlanta haben kann man daran erkennen dass sie a) unglaublich weiss sind und b) entweder eine Redsox, Yankees oder Greenbay Muetze tragen. Kommen sie aus dem mittleren Westen wird in vielen Faellen auch gerne noch ein ‘John Deere’ Tshirt getragen.
Desweiteren kann man den amerikanischen Strandgaenger daran erkennen, dass es eigentlich keinen amerikanischen Strandgaenger gibt, sondern lediglich amerikanische Strand-Schlepper….die tapferen Bewohner der USA gehen naemlich niemals ohen groesseren Aufwand an den Strand, und schleppen nicht nur jegliche nahe und entfernte Verwandschaft mit, sondern zudem noch den halben Hausrat: Strandstuehle, Sonnenschirm, Grill, Kuehltruhe, Handtuecher, Luftmatratze, Radio, Quietscheentchen, diverese outfits, football, Surfboards, Lebensmittel, Buecher, Eimer&Schaufel – jeder Strandgang gleicht dem, was mir am 13. Juli ansteht: ein mittelgrosser Umzug.
Direkt nach Ankunft am Strand steht es dann dem Mann des Hauses zu die ‘Maennersachen’ zu erledigen wie zum Beispiil Strandstuehle aufklappen, Luftmatratze aufpusten, Grill aufbauen und Feuer anfachen – da waere man als Frau natuerlich nicht in der Lage zu!
Muttern kuemmert sich derweilen darum dass alle Kinder eine etwa 3cm dicke Schicht Sonnencreme aufgetragen bekommen, und die kleineren noch eine Unzahl an Schwimmfluegeln und –hilfen in strategisch kluger Position an ihrem Koerper anbringen.
Die Teenage Kinder beginnen den Strandtag mit Motzen (wer kann besser motzen als Teenager?) und das Radio so einzustellen, dass Musik in abartiger Unertraeglichkeit in ohrenbetaeubender Lautstaerke auch den weit entferntesten Strand-Besucher erreicht.
Sind die ersten Vorbereitungen beendet begibt man sich zu Wasser – damit die inzwischen auf den Grill gelegten hot dogs in Ruhe verbrennen koennen.
Natuerlich geht man nicht ‘einfach so’ ins Wasser!
Die Kleinen koennen sowieso nicht mehr laufen weil sie wegen der Unzahl an Schwimmhilfen komplett bewegungsunfaehig sind, und werden zu Wasser getragen. Muttern geht nur bis zum Knoechel und ueberwacht den schwimmenen Nachwuchs.
Vatern geht natuerlich aich ins Wasser. Hierzu bedarf es aber guter Vorbereitung, denn keinesfalls ist er bereit sich von Bierdose (bevorzugt in einem Schaumstoff-Isolier-Teil mit Biermarken-Aufdruck), Sonnenbrille oder, ganz schlimmer Gedanke, Handy zu trennen.
Jawohl europaeisches Auge, du hast richtig gesehen: Handy telefonieren im Wasser ist definitv Salon-faehig im land of the free and home of the brave!
Sollte man nicht bereit sein sich als Tourist vollends den oben beschriebenen Traditionen anzupassen, so sollte man dennoch einige grundsaetzliche Sachen beachten.
Selbstverstaendlich ist der Amerikaner bei dem Gedanken an Speedo-Badehosen (diese eng-anliegenden Badehosen) extrem geschockt, und Mutten haelt bei Erspaehen eines Speedo-Traegers verschaemt den Schwimmhilfen-verunstalteten Kindern die Augen zu.
Mann traegt Badeshorts, je laender desto besser!
Auch Frau sollte nur dann Bikini tragen, wenn sie figurenmaessig Model-Masse hat, ansonsten empfiehlt sich fuer Frau von Welt sogenannte ‘modest swimwear’, sprich Bade-Outfits die eigentlich keinerlei Haut zeigen, und die in den meisten Faellen mit eingebauter Untergeh-Garantie kommen…sehr huebsch! Wen es interessiert, der mag Googlen!
Sollte der Ami-Tourist dann genuegend Sonne getankt haben, dann ist Zeit fuer Sight-Seeing! Gerne besucht werden Shopping Malls und Restaurants die man in gleicher Form auch zu Hause hat, denn so weiss man was man hat.
Um dann das kulturelle Programm abzuhandeln muss ein Mietwagen her, denn man hakt gerne mehrer Programmpunkte an einem Tag ab – zum Beispiel: 1. Tag: Miami, Fort Lauderdale, West Palm Beach und Orlando. 2. Tag: North und South Carolina, ueber Virginia und diverse andere Staaten nach New york. 3. Tag: Canada.
So muss ein Urlaub sein, denn bei den relativ knapp bemessenen Urlaubstagen der meisten Amerikaner kann man einfach nicht zu viel Zeit an einem Ort verbringen.
Aus selbigem Grunde sind Amerikaner auch oft ‘Vorbei-Fahrer’ statt ‘Aussteiger’ – sie fahren an einer Sehenwuerdigkeit vorbei, halten Kameras aus dem Fenster, schiessen ein paar Bilder, und schon weiter unterwegs zur naechsten Attraktion!
So, damit genug fuer heute. Ich werde probieren auch in den naechsten Blog-Eintraegen fuer ein bisschen Weisheit im Umgang mit den Free und Brave zu sorgen!
Bis dahin: schoenen Sommer!
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112. Geschenktes Geld, Traellernde Teens, Propagierende Praesidenten und Wildes Wetter
Posted by DrPepper on Mai 20th, 2008 filed in Florida
Es scheint als gaebe es derzeit in Amerika nur noch eine knappe Handvoll Themen:
1. Geschenktes Geld: Das IRS (das amerikanische Finanzamt) schenkt uns Geld?
2. Traellernde Teens: American Idol (die amerikanische Variante von Deutschland sucht den Superstar) hat sein grosses Finale!
3. Propagierende Praesidenten: oder solche die es werden wollen - der anhaltende Kampf zwischen Obama und Hillary?!?
4. Wildes Wetter: In New York ist der Winter wieder da und die Gaensefedern draussen, und Florida brennt derzweil der Sumpf!
Zunaechst mal das Wichtigste: Das IRS schenkt uns Geld.
Ganz im Ernst.
Echtes Geld.
Fuer Jeden!
Unfassbar!!!!
Wie man in der deutschen Presse ja zuhauf entnehmen kann schliddert Amerika gerade mit viel Schwung in eine ausgewachsene Wirtschaftskrise rein - wie viele andere Laender auch stecken die USA in dem unschoenen Problem etwas lahmer Wirtschaft, daraus resultierende Arbeitslose, daraus resultierende Geldknappheit in den amerikanischen Taschen, und dann wiederum daraus resultierende schwache Wirtschaft etc…
Um dem ein Ende zu setzen hat sich die derzeitige Regierung entschlossen, die amerikanischen Taschen ein bisschen zu fuellen. Und somit bekommt jeder der 2007 Steuern bezahlt hat und ein paar weitere Punkte erfuellt in den naechsten Tagen einen Scheck von der Regierung, ca US$600/Single Nase, $1200 pro Ehepaar, und pro Kind nochmal $300 drauf.
Die Idee ist dass die kaufbegeisterten Amerikaner mit ihrem Scheck direkt in den naechsten Laden rennen, das Geld ausgeben, und somit die hinkende Wirtschaft wieder in Schwung und auf Trab bringen - was dann zu einem staerkeren Dollar, und insgesamt zu grossem Glueck und Zufriedenheit im Land der tapferen Amerikaner fuehrt!
Ich persoenlich finde diesen eher pragmatischen Ansatz zumindest recht unkonventionell - es bleibt zu sehen ob die Rechnung aufgeht!
Um $600 mehr oder weniger wird sich der Gewinner der derzeitigen Saison von American Idol wohl erstmal keine Sorgen machen muessen. Die ausgehende Saison (morgen Abend wird der Sieger gekuert) war meiner Ansicht nach eine der besten soweit!
Im Finale stehen nun David und David, der eine ist ein 25-jaehriger Rocker der mit rauchig-abgehangender Stimme, der andere ist ein 17-jaehriger High School Junior, der mit samtweicher Stimme und zahllosen Pop-Balladen die Teenagermaedel-Herzen zum schmilzen bringt!
Beide sind, meiner unqualifizierten Meinung nach, extrem talentiert und verdienen die American Idol Krone!
Uebrigens gibt es bei American Idol auch das entsprechende Pendant zu Dieter Bohlen, und obwohl etwas weniger ungehobelt, so tut Simon Cowell in jeder Sendung ungeschminkt und erfrischend ehrlich seine Meinung kund.
Meine Voraussage fuer morgen Abend: the next American Idol ist David Achuleta!!!1
Auch zur Wahl aber weniger talentiert, zumindest im Gesangsbereich, sind Obama und Hillary, die immer staerker und vermehrt in jeder Fernseh Sendung sind, winken, versprechen, Reden schwingen und der Welt (=USA) verkuenden dass sie diejenigen sind, die das BESTE fuer Amerika wollen.
Mir persoenlich geht das schon gewaltig auf den Zeiger, denn es ist immerhin erst Mai - und die Wahlen sind im November!!! Amerika zieh dich warm an, da kommt noch gewaltig was auf uns zu!
A propos warm anziehen: Es ist RICHTIG kalt geworden hier in New York. Letzte Nacht war es tatsaechlich nur knappe 7 Grad, und mit flinken Fingern habe ich die warme Gaensefeder-Decke wieder aus dem Karton mit den Winter Sachen geholt.
Tatsaechlich geht uns der Fruehling hier noch gewaltig ab. Es gab zwar schon ein paar richtig brutal schoene Tage, mit Sonne, zwitschernden Voegeln, Heuschnupfen, Blumen und dem unstillbaren Verlangen nach Eiskaffee, aber das war leider immer nur sehr kurzlebig, und relativ schnell von grauem Regenwetter mit inschoenen Nebelschwaden ueberholt. bah!!!!!
Waehrend ich also hier in Queens unter meiner dicken Decke bin brennt in Florida der Sumpf! Gewaltige Buschfeuer wueten in den Everglades, und heizen den Alligatoren mal so richtig ein!
Selbst im entfernten Miami ist dicker Rauch in der Luft, und es rieseln kleine weisse Russ-Partikel auf die erstaunten Floridianer nieder (die wohl zum Teil annehmen dass es sich zweifelsohne um Schnee handeln muss…ist weiss und kommt vom Himmel!)
Soviel als schnelles update aus dem Land der begrenzten Unmoeglichkeiten!
Bis zum naechsten Mal!!!!!
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111. DrPepper im Autozug
Posted by DrPepper on Mai 12th, 2008 filed in Florida
Wie viele von euch ja inzwischen wissen bin ich im Moment, und seit schon ueber 2 Jahren, ein long-distance Pendler…ich wohne in Miami, und arbeite in NYC.
Da meine Zeit in NY sich jetzt langsam ihrem Ende naehert wollte ich schonmal den ersten Schritt meines Rueck-Umzuges in Angriff nehmen, und mein Auto wieder nach Miami transportieren.
Dazu gibt es mehrere Optionen:
1) Fahren. Ist ein langer langer Weg, immer I95 runter. Google rechnet es fuer 21 Stunden Fahrtzeit aus, plus Pausen, Uebernachten etc.
2) Jemanden fahren lassen. Aber diesen Jemand muss man erstmal finden. Schwierig.
3) Autozug. Von Lorton (Virginia) ganz in der Nahe von Washington DC faehrt ein Autozug nach Sanford (Florida) in der Naehe von Orlando
Nachdem ich meinen Boss ueberzeugt hatte mir das Zugticket zu bezahlen war die Entscheidung auf Option Nummer 3 gefallen.
Ticket war schnell gekauft, und am Samstag ging’s los. Hier der Plan:
Samstag frueh lade ich mein Auto voll mit Sachen die ich schonmal nach Florida mitnehmen will. Dann geht’s los in Richtung DC, dort faehrt um 4pm der Zug los, und kommt am naechsten Morgen um 9 in Orlando an - dann noch ein kurzer Trip von Orlando nach Miami, und die Sache ist geschafft!
Klingt eigentlich ganz easy!
Zunaechst mal habe ich gepackt wie wild, alles was ich in NY nicht unbedingt brauche, und was von den Ausmassen her in mein Auto passen wuerde. Leider war das viel mehr als ich erwartet hatte
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und angesichts der Tatsache dass ich einen Chevy Malibu fahre, und nicht ein Riesen-Auto, verbrachte ich einige Zeit in der Nacht von Freitag auf Samstag damit mir Gedanken zu machen ob das wohl passt, und wenn nicht was kann ich in NY lassen, etc.
Samstag Morgen ging es dann los mit dem Einladen, und nach etwa einer Stunde eifrigem Kisten Schleppens, Kisten einraeumen, umraeumen, wieder einraeumen, anders stapeln, neu sortieren war es dann geschafft - alles war drin, aber viel mehr haette es nicht sein duerfen
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dann ging es direkt los, in echt schlechtem Wetter in NY, und erstmal direkt auf die Manhattan Skyline zu
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und dann direkt durch Manhattan durch, am Empire State Building vorbei
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von New York ging es dann nach New Jersey auf die I-95, und von da an sah es eigentlich alles gleich aus
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insgesamt waren es von Queens bis nach Lorton 428 Kilometer, dauerte 5 Stunden, und fuehrte mich durch 7 Staaten: New York, New Jersey, Delaware, Pennsylvania, Maryland, DC und Virginia.
In Lorton angekommen ging es erstmal zum Check-In, wo ich mein Abteil zugeteilt bekam, mir eine Abendessens-Zeit aussuchen konnte, und mein Auto abgegeben habe, frei nach dem Motto:
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Zu meinem grossen Glueck war just an dem Tag meiner Reise der ‘National Train Day’, und deshalb gab es gratis hot dogs und hamburgers…sehr gut!
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um halb 3 wurde bereits geboardet, und zwar ging es in diesen Zug:
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uebrigens ist dieser Zug der einzigste Autozug in den USA, und die Strecke Lorton-Sanford die einzige Strecke die befahren wird, das hat also prima fuer mich hingehauen!
Ein paar weitere Fakten: der Autotrain Service wird seit 1983 angeboten, es ist der laengste Passagierzug der Welt mit 1.2 Kilometer Laenge, 18 Passagierwagen, 33 Autowagen und 2 Lokomotiven, und pro Fahrt koennen 650 Passagiere und 330 Auto reisen.
Uebrigens bekommt man vom Verladen der Autos garnichts mit, das wird auf einem anderen Gleis gemacht und die Anhaenger dann vor Abfahrt an die Passagierwagen angehaengt.
Im Zug habe ich erstmal mein Abteil bezogen, das zwar klein aber absolut ausreichend war. es wurden ein paar Snacks zur Verfuegung gestellt, sowie Wasser und Coke, Sprite etc.
Das Abteil ist tagsueber mit 2 Sitzen ausgestattet, die nachts in 2 Betten umgewandelt werden.
Hier die Tages-Ansicht
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Kurz nach der Abfahrt kam Kelly, die Train Attendant vorbei und hat jedem Passagier alles erklaert - wo ist der Speisewagen, was gibt es im Lounge Wagen, wo ist der Fernseh Wagen, und so weiter.
Ich hatte meinen Lunch um 7pm gewaehlt, und hatte so nach der Abfahrt um 4pm genuegend Zeit um aus dem Fenster zu sehen….wo es allerdings die meiste Zeit nicht sehr viel zu sehen gab ausser Baeume
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Wem das zu langweilig wurde, der konnte sich im Lounge Wagen mit Snacks und Getraenken eindecken, es gab auch gegen Bezahlung Alkoholisches, es wurden Filme gezeigt und man konnte Spiele spielen, Leute kennen lernen etc.
Um 7pm ging es dann in den Speisewagen, wo ein wahrlich fuerstliches Menu serviert wurde - ich hatte mich mental auf die Qualitaet von Airline-Essen eingestellt, aber meine Erwartungen wurden massiv uebertroffen: zum Aufwaermen gab es Salat, dann eine Auswahl von etwa 10 verschiedenen Gerichten. Ich hatte ein leckeres NY Strip Steak mit gebackener Kartoffel und Gemuese - wirklich echt lecker! Zum Nachtisch einen Brownie mit Vanille-Eis und das alles im Preis mit inbegriffen!
Nach dem Essen bin ich zurueck in mein Abteil, wo Kelly inzwischen das Bett gerichtet hatte:
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da habe ich es mir gleich gemuetlich gemacht, noch einen Film geschaut, und bin dann auch schon direkt eingeschlafen….
und wieder aufgewacht, und wieder eingeschlafen, und wieder aufgewacht und so weiter….der Zug faehr zwar nicht brutal schnell, dafuer aber umso ruckeliger, und in jeder engen Kurve hat es mich fast aus dem Bett gehauen, und dabei bin ich natuerlich oft wach geworden! Trotzem, besser als garnicht schlafen, und ich war auch einigermassen ausgeruht am naechsten Morgen.
um 6:30am weckte Kelly alle, denn der Zug war schneller durchgekommen als erwartet, und nun sollte schon um kurz vor 8 Ankunft sein! Also hiess es im Express-Modus in die (winzige) Dusche, Anziehen, und zum Fruehstuck.
Kaum war der letzte Schluck Kaffee getrunken waren wir dann auch, nach 850 Meilen Fahrt durch Virginia, North Carolina, South Carolinda, Georgia und Florida durch, schon in Sanford!
Nach dem Aussteigen wurden alle Passagiere in einen abgegrenzten Bereich gefuehrt, und die Autos ausgeladen. Immer wenn ein Auto vorfuhr wurde die entsprechende Nummer aufgerufen, und wie beim Bingo spielen stand man da, gespannt wartend wann die eigene Nummer kommt
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Nachdem ich mein Auto wohlbehalten wieder in Empfang genommen hatte ging es wieder auf I-95 und den Florida Turnpike in Richtung Miami, wo ich nach weiteren 450 Kilometern endlich zu Hause ankam!
Insgesamt war der Zug eine sehr gute Erfahrung, und hat mir insgesamt etwa 1400 Kilometer Fahrerei erspart!
der erste Schritt meines Rueck-Umzuges ist geschafft - auf dass der Rest bald folgt!!!
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110. Das Video zum Beitrag
Posted by DrPepper on Mai 10th, 2008 filed in Florida
Trotz eingehender technischer Beratung habe ich es leider nicht hinbekommen das Video hier hochzuladen….trotzdem kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, denn ich habe eine alternative Loesung gefunden!
einfach mal hier klicken, dann kommt ihr zu dem Video:
http://www.youtube.com/watch?v=2SGpdq0sRXY
Das Video zeigt den Start einer A340 von Air France am Flughafen in St Maarten. Am Zaun dahinter stehen ein paar Verrueckte.
An einer Stelle in dem Video sieht man nur Chaos und Sand, das war als ich von der kleinen (etwa 30cm hohen) Mauer auf der ich stand runtergeblasen wurde!
hat RICHTIG Spass gemacht!!!!!
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109. DrPepper auf der Insel
Posted by DrPepper on Mai 5th, 2008 filed in Florida
Es gibt im Englischen ein Sprichwort das heist ‘things went south’ und bedeutet soviel wie ‘es ging bergab’.
Warum man Sueden mit ‘schlecht’ assoziiert ist mir ein Raetsel, und um der Sache auf den Grund zu gehen habe ich mich aufopferungsvoll auf ein Erkundungsprojekt in den Sueden begeben – genauer gesagt auf die kleine Karibik-Insel St Maarten, fuer einen Wochenentrip.
Fuer die, die nicht die geringste Ahnung von St Maarten haben (so wie ich bis vor ein paar Wochen) hier ein paar Infos:
St Maarten liegt in der nordoestlichen Karibik, ganz in der Naehe von Puerto Rico, und gehoert zu den Niederlaendischen Antillen (auf englisch Dutch West Indies). Zumindest die eine Haelfte, die andere gehoert naemlich zu Frankreich, und damit ist St Martin die kleinste bewohnte Insel (37 km2) die in 2 Nationen geteilt ist.
Der suedlichere (niederlaendische) Teil hat seine eigene Waehrung (den Netherland Antillen Guilder). Davon merkt man aber nicht viel denn es wird alles in US Dollar bezahlt. Gesprochen wird offiziell hollaendisch (franzoesisch auf der anderen Seite), aber auch das bleibt einem eher verschlossen. Gegenueber Touristen wird grundsaetzlich Englisch gesprochen, und untereinander ist es ein wirres Gemisch aus Hollaendisch, Franzoesich, Spanisch und Papiament.
Das Klima ist, wie man es in der Karibik erwartet, warm, tropisch, schwuel. Es gibt wunderschoene Straende mit extrem-tuerkisen Wasser, ganz klar, man sieht bis auf den Boden und weiter.
Bei St Maarten gilt: der Weg ist das Ziel – denn eine der bekanntesten Touristen-Attraktionen ist die sehr sehr kurze Start- und Landebahn am Flughafen Philipsburg (airport code SXM), die mit etwa 7000 Fuss wenig Platz zum Auslaufen laesst, und somit zum 2nd scariest airport in the world gewaehlt wurde (http://www.travelandleisure.com/slideshows/the-worlds-scariest-runways/)
Der Anflug ist ueber Wasser, und die Landebahn beginnt DIREKT hinter dem Strand (nur ein etwa 2 Meter hoher Zaun und eine 1-spurige Strasse trennen die Strandler von den Jets.
Sehr sehr spannend, denn nicht nur steht eine sehr ruckartige Bremsung bevor, sondern man sieht auch das Wasser immer naeher kommen, und naeher, und naeher, bis man schon fast den schwimmenden Touris in die Augen blicken kann – aber weit und breit kein Land in Sicht! Sehr aufregend!
Nachdem der Flieger dann auf dem Boden war kam auch der Blutdruck langsam wieder runter, und im Pack ging es dann zur Immigration.
Das Gespraech mit der Immigration Lady (abgekuerzt IL) war kurz und schmerzlos)
IL: Hello
Me: Hi
(IL blaettert im Pass, und stempelt)
IL: Bye
Me: Bye
Nachdem ich auch diese schwierige Huerde der St Maarten-schen Immigration ueberstanden hatte hiess es:
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Vom Flughafen ging es direkt zur Auto-Vermietstation
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in einem Van mit hoch-moderner Klima-Anlage:
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Mit einem flotten Flitzer (wenn ich anmerken darf: ein WINZIGER flotter Flitzer) ging es nach dem check in im bed&breakfast direkt nach Maho Beach, der Strand ueber dem wir nur kurz zuvor so spektakulaer gelandet waren.
Hier treffen sich die Abenteuerlustigen, die Achterbahn-Rueckwaerts-nach-Fischbroetchen-Fahrer, die als verrueckt verschrienen, die ihrem Leben und allen Gefahren furchtlos ins Gesicht blicken.
Hier wird am Zaun gehangen. Den kerosin-geschwaengerten Windstoessen getrotzt, die startende Jets erzeugen. Hier wird gesandblasted!
Da, wie oben erwaehnt, der runway recht kurz ist starten die Jets ganz am einen Ende des runways, und blasen damit die Beacher uns Schwimmer, die sich in den Strahl trauen, vom Zaun bis auf den Strand….sehr sehr spannend!
Ich habe ein tolles Video davon, leider weiss ich aber nicht wie man hier Videos postet. Vielleicht kann Jens da mal einspringen??
Auf jeden Fall haben sich die Behoerden von St Maarten wohl auch so ihre Gedanken gemacht, ob das nicht eine eventuelle Gefahr darstellt – Touristen die rumgeweht werden…kann ja auch mal daneben gehen. Also haben sie das einzigst logische getan um das Unheil zu verhinden – sie haben ein Schild aufgestellt:
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Klar, dass so jede Gefahr gebannt ist!
Spektakulaer sind uebrigens auch die landenden Flugzeuge, die so knapp ueber die Haeupter der Badenden einfliegen, dass es einem ganz anders wird:
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Auch ansonsten hatte St Maarten jede Menge zu bieten, so wie schoene Ausblicke:
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Extrem klares Wasser, dass vom Strand nicht nur tuerkis ist, sondern fast grell-tuerkis:
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Ausserdem kann man prima shoppen (keine tax), die Amis haben sich an Cubanischen Zigarren und abartig billigem Rum fast kaputt gekauft. Die Leute waren alle supernett, es gab einiges zu sehen……
insgesamt ein superschoenes Wochenende, und eine Sache steht fest:
St Maarten, diesmal war ich nur kurz da, aber bald fliege ich wieder ein, und dann fuer laenger!!!!
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108. Lebenszeichen
Posted by DrPepper on April 19th, 2008 filed in Florida
Langes Schweigen im Pepperlog – woran liegt es?
Schreibblockade? Ueberarbeitet? Im Urlaub?
Eigentlich von allem ein bisschen!
Es ist in der Tat so, dass ich unter einer Art Schreibblockade leide, oder vielmehr, dass mir keine neuen Themen eingefallen sind.
Auch bei der Arbeit hatte ich in letzter Zeit einiges zu tun, so dass ich einfach abends keine Lust mehr hatte weiter auf einen Bilschirm zu starren, wenn ich das schon den ganzen Tag getan habe.
Im Maerz habe ich meine Augen lasern lassen, so dass ich eine Weile auch nicht unbedingt viel am Computer machen wollte.
Das war uebrigens die beste Entscheidung aller Zeiten! Keine Brille und Kontaktlinsen mehr zu brauchen ist absolut genial!
Aber eins nach dem anderen.
Es fing mit einer sehr ausfuehrlichen Augen-Untersuchung an, durch unzaehlige Maschinen gucken, Buchstaben vorlesen, und so weiter. Drei Wochen spaeter fand die OP statt – ich war super nervoes, aufgeregt, und wollte es nur hinter mich kriegen.
Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass es wirklich viel viel einfacher war als gedacht. Der OP-Tag begann mit viel Warten, Formulare ausfuellen, Donuts essen etc, bis ich dann ‘dran’ war!
Im OP Raum ging dann alles ganz schnell! Die Augen wurden mit Augentropfen betaeubt, ein Auge jeweils abgeklebt, eine kleine Klappe wurde in die Hornhaut geschnitten und aufgeklappt.
Dann kam der Laser, hat gelasert (was nicht lange gedauert hat, nur ein paar Sekunden pro Auge), es hat dabei furchtbar nach verbrannten Haaren gestunken – und ich konnte nur denken: das ist mein Auge, was da abgesengt wird….aaaaah!
Nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei, und obwohl noch alles recht neblig war konnte ich schon sehen dass ich sehen konnte! Genial!
Direkt nach der OP habe ich ein paar Stunden geschlafen, und als ich aufgewacht bin konnte ich TOTAL gut sehen!!!
Ich war so aufgeregt!
Schon am naechsten Tag bei der post-OP Untersuchung hatte ich 100%ige Sehkraft, und zwei Tage spaeter sogar noch etwas besser! Absolut genial!
Das ist nun etwas mehr als einen Monat her, und die ersten Wochen waren ein bisschen muehsam – denn man muss stuendlich verschiedenste Augentropfen eintraeufeln, nachts mit einer Schutzbrille schlafen, und einfach insgesamt die Augen gut beschuetzen. Aber insgesamt ist alles wieder beim Alten (obwohl ich noch immer kuenstliche Traenen benutzen muss da die Augen sehr trocken sind, aber das ist schon viel viel besser geworden..) und ich bin SO gluecklich dass ich alles sehen kann, ohne Brille, ohne Linsen….einfach genial!!!!
Ein weiterer Grund fuer meine lange Schreibpause sind zwei verschiedene Reisen – zunaechst war ich in Utah zum Ski Fahren. Es war super genial, der Schnee fantastisch (ich habe noch nie so viel Schnee auf einmal, und so tollen Pulverschnee gesehen), das Wetter haette nicht besser sein koennen (Sonnenschein jeden Tag), das Skigebiet war riesig und hatte fuer jeden was zu bieten, vom Anfaenger bis zum Profi war jeder bestens versorgt, und das kleine Staedtchen war sehr schoen! Wer haette gedacht dass ich mich mal fuer Utah begeistern koennte???
Letzte Woche war ich auf einem Ueberraschungs-Besuch in Deutschland. Ich hatte einen recht guenstigen Flug gefunden, von JFK mit Swiss Air Lines direkt nach Zuerich! Direkt genucht, aber kaum jemanden eingeweiht, denn es sollte fuer meine Eltern eine Ueberraschung werden!
Hat auch alles prima geklappt! Der Flug war schnell vorbei, und es war superschoen mal wieder meine Familie und Freunde zu sehen!
Meinen Vater habe ich in einem Eis-Cafe ueberrascht. Seine Frau wusste bescheid und hat ihn unter einem Vorwand dort hin gelockt, und kaum waren sie da habe ich mich einfach dazu gesetzt!!!
Mein Vater war ueberrascht, obwohl er es nicht sehr gezeigt hat. Man konnte aber dennoch merken dass er erstmal am verarbeiten war, denn ueber fast eine halbe Stunde stellte er immer wieder Fragen wie: wann bist du denn angekommen? Wie lange bleibst du hier? Wer hat dich abgeholt?…..
Am Abend habe ich dann meine Mutter ueberrascht. Sie kam gerade von der Arbeit, und als ich auf einmal vor der Tuer stand ist ihr erstmal alles Blut aus dem Gesicht gewichen, und sie war so weiss wie der Schnee in Utah!
Danach war die Freude natuerlich riesig!!! Es hat echt Spass gemacht, und obwohl ich nur eine Woche da war (was uebrigens viel zu kurz war) ist der Urlaub insgesamt total geglueckt!
Auf dem Rueckflug ging zunaechst auch alles ganz normal – zwar war der Flug relativ lang (oder kam einem sehr lang vor, weil er nicht ueber Nacht war wie der Hinflug) aber insgesamt ohne Probleme.
Die begannen dann aber als ich bei der Immigration angekommen bin:
Zunaechst bin ich mit federndem Schritt und einem etwas ueberheblichen Grinsen im Gesicht vorbei an der Touri-Schlange (die uebrigens richtig lang war) zu den Citizens, wo man als Greencard Inhaber ja einreisen darf!
Dort war das Warten sehr kurz, nach 1-2 Minuten kam ich schon dran.
Dann der Schock: Nachdem der Immigration Officer meine Greencard durch seinen card scanner gezogen hat bekam er einen finsteren Gesichtsausdruck, guckte mich streng an, und fragte:
Officer: Wann bist du aus den USA ausgereist? Wie lange warst du ausserhalb der USA?
Susi: Vor einer Woche
Officer: Aha! In unserem Comupter steht dass es 1.5 Jahre her ist, und du somit deinen permanent resident status aufgegeben hast….
Susi: PANIK!!!!!!
Zur Erlaeuterung – es war vor 1.5 Jahren dass ich das letzte Mal in Deutschland, bzw ausserhalb der USA, war. Aber natuerlich war ich seitdem wieder in den USA, ich bin damals nur 10 Tage oder so geblieben. Scheinbar ist aber damals bei der Einreise was schief gelaufen, denn eben jene Einreise war nicht im Computer vermerkt.
Der Immigration Officer ist dann mit mir in das beruehmt-beruechtigte Hinterzimmer gegangen, wo die ‘schwierigen’ Faelle bearbeitet werden.
Zur Verteidigung der Immigration Leute muss ich sagen dass alle sehr sehr nett waren, und probiert haben mir zu helfen. Von den brummelig-fiesen Immigration Officers von denen man immer mal hoert war nichts zu sehen!
Officer: Kannst du uns irgendwie beweisen dass du in den letzten 1.5 Jahren in den USA warst?
Susi: ja sicher, mit meinem tax return, paychecks, Kreidtkarten-Abrechnung, altem Pass (wo der Einreise-Stempel vom letzten Mal drin ist), Flugtickets innerhalb der USA…..
Officer: Hast du irgendwas davon hier?
Susi: uhm…nein! (schwitzend, klatschnasse Handflaechen, und mich vor meinem inneren Auge schon abgeschoben sehend….)
Officer: hmm….Weisst du noch das genaue Datum an dem du geflogen bist damals?
Wusste ich natuerlich nicht! Aber immerhin konnte ich es auf etwa eine Woche eingrenzen. Der Immigration Officer hat dann bei der Airline angerufen mit der ich damals geflogen bin, und nach ein paar Minuten haben die per Fax bestaetigt dass ich an besagtem Tag zurueck in die USA geflogen bin.
Ausserdem hat der Officer dann noch bei meinem Arbeitgeber angerufen, die ihm auch schriftlich per Fax bestaetigt haben dass ich in den USA war.
Schlussendlich ist alles gut gegangen. Der Officer hat sich sogar fuer die Umstaende entschuldigt, denn schliesslich war es die Schuld eines seiner Kollegen, der damals die Sache nicht richtig gemacht hat.
Noch am gleichen Tag habe ich die Seite mit dem Einreise-Stempel aus meinem alten Pass kopiert und an Homeland Security gefaxt – dort wurde dann meine Akte korrigiert, so dass es in Zukunft nicht mehr zu Problemen kommen sollte….
Puh, das war ein echter Schreck!!!!
War ich vor dem Immigration noch relativ relaxt und entspannt, danach habe ich gestunken wie wild (Angstschweiss??!!!?!) und kam extrem gestresst zu Hause an!
Naechsten Monat fliege ich fuer ein langes Wochenende in die Karibik – mal sehen wie da die Wieder-Einreise laeuft……!!!
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107. Das Pepper’sche Wahlkampftagebuch
Posted by DrPepper on Februar 25th, 2008 filed in Florida
Pepper 2008 - das offizielle Wahlkampftagebuch
30. Januar
Liebes Wahlkampftagebuch,
Meine Praesidentschaftskampagne geht sich etwas schleppend an.
Im Fernsehen sieht man meine Konkurrenten Hillary, Obama und McCain eifrig weitere Haende schuetteln, Babies kuessen und leere Versprechen geben. Ich denke das werde ich jetzt auch beginnen. Habe etwas Sorge dass die Muetter der zu-kuessenden-Babies eventuell etwas verschreckt sein koennten, oder dass in New York das Haende Schuetteln auch mal schnell als versuchter Handtaschenraub ausgelegt werden koennte. Aber auf sowas kann ich in diesem Statdium des Wahlkampfes keine Ruecksicht nehmen.
Ich denke ich habe bereits einen festen Waehlerstamm aufgebaut, allerdings ist dieser noch ueberschaubar. Vielleicht sollte ich eine Partei gruenden? Mich zu den Presidential Debates einladen? Mal sehen, debatieren kann ich ja immer ganz gut.
Derzeit betreibe ich meinen Wahlkampf in New York. Leider kann ich immer nur ab 6pm Wahlkaempfen, weil ich bis dahin arbeiten muss. Doofer Job. Naja, solange der Paycheck reinkommt ist es ja ok.
Es ist kalt geworden hier in New York, vielleicht sollte ich meinen potentiellen Waehlern mehr globale Waermung versprechen?
2. Februar
Liebes Wahlkampftagebuch,
Ich habe meine Kampagne fuer’s Wochenende nach Miami verlegt. Ich muss aber wohl noch an meinem Medien-Auftritt arbeiten, denn am Flughafen war auch nicht ein einziger Reporter in Sicht, als ich etwas zerknittert und mit einem Cola-Fleck auf meinem Tshirt (bloedes Luftloch) aus dem Jetblue Flieger gestiegen bin. Komisch.
Meine Konkurrenten, insbesondere Hillabama, sind permanent im TV zu sehen, und geben jedem die Versprechen, die sie gerne hoeren wollen. Werde wohl spaeter mal auf Calle Ocho gehen und den Kubanern versprechen, dass ich Kuba befreie. Dann nach South Beach, und dort verkuenden dass ich als Praesident ein Gesetz erlassen werde, dass den Preis fuer alkoholosche Getraenke auf $1 festlegt. Dann auf Fisher Island zu den Reichen und Schoenen, und dort versprechen, dass ich saemtliche Steuern abschaffe. Ich verspreche mir sehr viel von dieser Aktion.
5. Februar
Liebes Wahlkampftagebuch,
Bin wieder in New York City. Suche nach Waehlern, aber die wahlberechtigten Amerikaner sind hier duenn gesaet. Egal, ich kampagniere so stille vor mich hin. Ich brauche dringend Luftballons und Flyer mit einem tollen Foto von mir. Das wird die Leute ueberzeugen.
Habe bei Jetblue schon ein paar leere Versprechen gemacht, und zugesagt dass ich als Praesident Kerosin gratis machen wuerde, natuerlich nur fuer Jetblue. Das nennt sich Lobbying. Klappt prima.
An meinem Schreibtisch habe ich schon ein ‘Pepper 2008’ Schild aufgehaent. Sehr wirksam, jeder spricht mich darauf an. Sieht so aus als ob meine Kampagne langsam in Schwung kommt.
8. September
Liebes Wahlkampftagebuch,
Bin wieder in Miami. Es kampagniert sich besser im warmen Wetter, und Babies kuessen ist hier auch einfacher da diese nicht komplett in Klamotten eingewickelt sind.
Leider sind auch hier die waschechten Amerikaner rar. Aber ein leeres Versprechen bezueglich einer unverzueglichen Amnestie aller illegalen Einwanderer hat mir einen grossen Unterstuetzerkreis eingebracht.
Hillorama wahlkaempft weiter, und hat wohl noch nicht eingesehen dass es gegen PEPPER 2008 keine Chance gibt. Naja, sollen sie doch. Werden schon sehen.
Muss mir schonmal einen Grundriss vom Oval Office besorgen und schauen wie ich meine IKEA Moebel darin unterbringe. Unter Umstaenden werde ich auch Miami als Hauptstadt verkuenden, habe eigentlich keine Lust auf DC. Naja, mal sehen.
13. September
Liebes Wahlkampftagebuch,
Heute bringt mich meine Kampagne in den Westen. Nach Utah. Dort werde ich in Salt Lake City und Park City den Skifahrenden Waehlern ein paar leere Versprechen geben, wie zum Beispiel gratis Lift Tickets, gratis Versorgung bei Bein Bruechen etc. Damit werde ich gross punkten.
Ich bin froh nun auch endlich den Westen fuer mich gewinnen zu koennen. Beim Ueberfliegen der Staaten North Dakota und South Dakota, Nebraska, Wyoming und Iowa habe ich festgestellt, dass diese weitestgehend unbesiedelt sind, und ich sie somit aus meiner Wahlkampagne ausschliessen kann.
16. September
Liebes Wahlkampftagebuch,
Seit einigen Tagen wahlkaempfe ich ja nun in Utah. Ist saukalt hier. Wie soll man denn da Babies kuessen? Frage mich ob Obillary auch schon hier war. Und ob die Babies gekuesst haben.
Den meisten Statistiken nach sieht es nicht so gut aus mit meiner Kampagne. Ich habe sogar schon welche gesehen, bei denen ich garnicht aufgefuehrt werde. Die werden sich schon noch wundern.
Mein Wahlkampf besteht derzeit aus mehr oder weniger vorsichtigem Runterrutschen eines 1o tausend Fuss hohen Berges…so richtig schnell traue ich mich nicht.
Ich denke die Waehlerschaft ist sehr beeindruckt von mir. Sogar die oertliche Tierwelt habe ich schon kennen gelernt, und einen Wolf und einen Elch gesehen. Gekuesst habe ich beide nicht, der Wolf war zu gefaehrlich, und der Elch…naja einfach nicht mein Typ. Hoffe er nimmt es nicht persoenlich.
20. Februar
Liebes Wahlkampftagebuch,
Ich bin wieder in New York. Ich denke mein Ausflug nach Utah hat eindeutig den Westen fuer mich gewonnen. Wer so ein elegantes Bild auf der Ski-Piste abgibt wie ich MUSS ja fast gewaehlt werden.
Was Kalifornien angeht, da mache ich mir eigentlich auch keine Sorgen. Werde mal bei dem oertlichen Governator Arnold anrufen, und die Sache klarmachen. Eine Hand waescht die andere, und wir Exil-Germanisch-Sprechenden halten zusammen.
Somit waere die Sache ja ansich geritzt – Ich habe Miami und New York und alles dazwischen (immerhin fliege ich quasi woechentlich ueber die Leute dort drueber hinweg, das verbindet), nach meinem Ausflug nun auch den gesamten mittleren Westen, und Kalifornien ist auch im Sack. Bestens.
Hillorama wahlkaempft noch immer, aber meiner Ansicht nach ist das eine verlorene Schlacht, Pepper 2008 ist quasi schon gebongt. Sollte es noch Probleme geben kann ich ja einfach die Wahlcomputer in Palm Beach County hacken, hat ja auch schon fuer ‘nicht-genannt-sein-wollende’ Praesidenten vor mir schon geklappt, und mit Florida bin ich ja sowieso auf Du und Du.
22. Februar
Liebes Wahlkampftagebuch,
Die arktischen Temperaturen und heftiger Schneefall haben mich wieder nach Miami getrieben, um hier zu kampagnieren. Klappt prima. South Florida ist schon im Pepper-Fieber, und wohin ich gehe koennen sich die Leute vor Begeisterung kaum zurueckhalten. Diese Begeisterung zeigen sie uebrigens dadurch, dass sie sich komplett normal (fuer Miami Verhaeltnisse) benehmen, darum koennte es dem ungeuebten Auge vielleicht nicht sofort auffallen, dass Miami eine PEPPER 2008 Hochburg ist. Ist aber auch ganz gut so, denn so merkt Obillary nicht so schnell wo der Hase laeuft.
25. Februar
Liebes Wahlkampftagebuch,
Ich befinde mich derzeit wieder auf dem Weg nach NY und ueberfliege gerade Georgia…damit sollte auch dieser Staat fuer mch gewonnen sein.
Obwohl ich mir meiner Wahl sehr sicher bin will ich trotzdem in meinem Wahlkampf nicht abschwaechen. Ich werde wohl noch mehr leere Versprechen geben, da habe ich in den letzten Tagen etwas zuwenig Gas gegeben.
Aber meine Bedenken liegen eher im Marketing, denn noch fehlt mir ein richtiges Logo. Hier, liebe Leser, seit ihr aufgerufen! Auftrebende Jund-Designer und Grafiker, ran an den Computer! Ich rufe hiermit zu einem ‘Pepper 2008’ Logo-Design Wettbewerb auf! Schickt mir eure Logos, ich werde dann (zusammen mit meinem Nicht-Existenten Wahlkampfteam) das beste Logo waehlen.
Was habt ihr davon? Loeblche Erwaehnung in diesem Blog. Und, natuerlich, Ruhm, Ehre und Anerkennung. Unter Umstaenden Vice Presidencey, muessen wir dann nochmal diskutieren.
Also ran an die Tasten, ich freue mich schon auf eure Logo-Ideen!
Schickt eure Logo-Vorschlaege einfach an Pepper4President@gmail.com
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106. …and then just add some Pepper - Dr Pepper wird Praesident
Posted by DrPepper on Januar 20th, 2008 filed in Florida
Meine liebe Leserschaft,
Wenn ihr diese Zeilen lest habt ihr es offensichtlich einigermassen unbeschadet in das nocht mehr ganz so neue Jahr 2008 geschafft, und dazu moechte ich hiermit gratulieren und ich diesseits der 2007/2008-Grenze im Pepperlog herzlich willkommen heissen!
Fuer mich persoenlich waren die letzten Wochen sehr anstrengend und vollgepackt, darum auch meine nahezu unheimliche Schreibfaulheit. Aber: The Pepper is back, es steckt wieder mehr Pfeffer im Pepper, und ich bin wieder voll am Schreiben!
Gerne wuerde ich meine 4-woechige Schreibpause mit einer akuten Schreibblockade beruenden, oder damit dass ich auf selbstlose Art nach Afrika gereist bin um dort die vom Aussterben bedrohten Berg-Springboecke zu retten, aber dem war nicht so. Stattdessen eilte ich in den letzten 4 Wochen zwischen Weihnachtsfeiern, Feiertagen und Arbeit hin und her, so dass ich oft garnicht mehr wusste wo mir der Kopf steht!
Dennoch hoffe ich ihr seit mir treu geblieben, und freut euch jetzt auf ein weiteres Pepper-Kapitel!
Im Moment beschaeftigen zwei gleichermassen wichtige Ereignisse die amerikanische Bevoelkerung:
1. Der Superbowl, das absolute Highlight der amerikanischen Football Saison das normalerweise am letzten Sonntag im Januar oder am ersten Sonntag im Februar stattfindet. Dieses Jahr wird dieses legendaere Spiel am 3. Februar in Phoenix statt. In nur wenigen Stunden hingegen werden sich Amerika’s Strassen leeren da die beiden Halbfinal-Spiele ausgetragen werden (GO GIANTS!!!!)
2. Die Praesidentschaftswahlen, denn im November diesen Jahres wird G.W. Bush sich komplett aus dem Praesidenten-Business zurueck ziehen, und Platz machen fuer einen neuen ‘maechtigsten Mann der Welt’ – oh, angesichts der Tatsache dass ja Mrs Clinton auch mit von der Partie ist moechte ich natuerlich politisch korrekt und neutral bleiben, und darum verbessere ich mein letztes Statement um es geschelchtsneutral zu halten: Es muss natuerlich heissen der/die ‘maechtigste Mann(in) der Welt’.
Aber was sage ich denn da? Habe ich gerade tatsaechlich den Superbowl und die amerikanischen Praesidentschaftswahlen auf eine Stufe gestellt? My bad! Natuerlich sind diese beiden Events nicht gleichwichtig! Jeder Amerikaner der was auf sich haelt weiss natuerlich dass der Superbowl deutlich wichtiger ist als die Wahlen, denn mit dem Superbowl suggeriert man Hot Wings, Budweiser und einen 70 inch Plasma TV, waehrend mir bei Wahlkampagnen eigentlich nur aeltere Herren einfallen, die fremde Babies kuessen…ist das nicht sogar illegal?
Nachdem der Superbowl-Champion ja im Gegensatz zu dem Praesidenten(in) ganz undemokratisch einfach ausgespielt wird, anstatt mit fehlerhaften Computern gewaehlt, sieht man derzeit an jeder Strassenecke keine Werbung fuer die Packers, Giants, Chargers und/oder Patriots, aber man kann nicht den Fernseher einstellen ohne eine weinende Hillary, einen laechelnden Obama, einen alles-versprechenden Rudy oder aehliches zu sehen.
Ich persoenlich kann mich noch nicht fuer einen der vorhandenen Kandidaten komplett entscheiden, und habe darum entschlossen die Sache in die Hand zu nehmen, und selber fuer die Praesidentschaft(in) zu kandidieren: DR PEPPER 2008!!!!
Zwar ist das rechtlich noch ein bisschen schwierig, da nicht-Amerikaner nicht-Praesidenten sind, und auch meine mangelnde politische Erfahrung sowie mein limitiertes Kampagnen-Budget ($50 und ein Stueck kalte Pizza), aber all das sind keine Probleme, sondern Herausforderungen die mich in meiner Kandidatur(in) nur staerker machen werden!
Ich habe bereits damit begonnen neue Gesetze zu entwerfen, die ich mit sofortiger Wirkung nach meiner Wahl einfuehren werde. Hier eine kleine Auswahl:
1. Es ist illegal sein Auto so zu parken, dass es mehr als eine Parkluecke belegt.
2. Es ist illegal, langsamer als das vorgegebene Speed Limit zu fahren wenn die Strassen- und Verkehrskonditionen gut sind.
3. Fuer Lebensmittel-Hersteller ist es verboten ihr Produkt in Tueten/Behaelter etc zu packen die viel zu gross fuer die Menge an Lebensmitteln sind, um damit den Verbraucher glauben zu lassen es waere mehr drin. Das gilt insbesondere fuer Chips-Hersteller!
4. Es ist verboten Kaffee zu verkaufen der so heiss ist dass man ihn erst nach etwa 4 Stunden anhaltenen Pustens trinken kann.
5. Es ist verboten einen Kaffee-Verkaeufer anzuzeigen weil der Kaffee den er verkauft heiss ist und man sich die Zunge verbrennt.
6. Es ist illegal fuer Kellner ihre Gaeste NICHT zu sehen wenn diese dringend etwas bestellen wollen.
7. Es ist illegal fuer Leute offensichtliche Fragen zu stellen, dies gilt insbesondere fuer Passagiere auf einem Flug nach Fort Lauderdale die ihren Sitznachbarn fragen: So, you are going to Florida?
8. Steuern werden ab sofort nur noch von extrem wohlhabenden Menschen bezahlt.
9. Es ist illegal fuer Leute den Autor (=ich) beim Schokoladen-Kuchen-Essen zu beobachten und bei jedem Bissen fragen: I wonder how many calories this thing has….
10. Doofe Leute sind illegal
11. Es ist verboten beim Boarden eines Flugzeuges schon einzusteigen wenn die eigen Reihe noch nicht aufgerufen wurde, nur um die Overhead Bins mit seinem viel zu grossen Handgepaeck zu belegen
12. Es ist, insbesondere fuer grosse Firmen, verboten einen Anrufer laenger als 15 Sekunden in die Warteschleife zu schicken
13. Es ist Computern und anderem elektronischen Geraet verboten Abzustuerzen
14. Es ist verboten Steuern auf etwas zu erheben, was man nicht vermeiden kann (z.B. Muell)
15. Es ist verboten eine Gallone Benzin fuer mehr als $3 zu verkaufen
16. Es ist absolut verboten in einem Fast Food Restaurant/Café etc in einer langen Schlange zu stehen, und dann wenn nach mehr-minuetigem Warten drankommt zu sagen: hmmm let’s see, what do I want……
17. Es ist illegal fuer Auto-Verkaeufer zu luegen (now that’s gonna change the industry!!)
18. Es wird ein Minimum-Level an koerperlicher Hygiene eingefuehrt, dessen Unterschreitung bestraft wird.
19. Es ist illegal im Flugzeug den Sitz am Gang zu nehmen und dann den ganzen Flug zu schlafen, so dass die anderen Passagiere in der Reihe nicht zur Toilette koennen
20. Es ist absolut illegal auf dem Supermarkt-Parkplatz seinen Einkaufswagen einfach stehen zu lassen und damit Parkluecken zu blockieren
So, wie ihr seht wird das die Welt einen deutlich besseren Ort machen, und ich bin sicher dass ihr nun meine Kampagne unterstuetzt.
So, ich geh jetzt ein paar Babies kuessen….DR PEPPER 2008
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105. Blog-Geburtstag
Posted by DrPepper on Dezember 14th, 2007 filed in Florida
am heutigen 14. Dezember feiert der Pepper-Blog uebrigens seinen dritten Geburtstag!!!!
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104. Ausflug nach Rhode Island
Posted by DrPepper on Dezember 14th, 2007 filed in Florida
Wie in meinem letzten Blog bereits angekuendigt, moechte ich euch heute von meinem Wochenend-Ausflug nach Norden berichten!
An einem kuehlen und regnerischen Samstag Morgen habe ich mich, bewaffnet mit einer Tasse heissem Kakao und meinen einer handvoll meiner Lieblings-CDs auf den Weg gemacht.
Auf dem Plan stand ein Besuch bei Helena und Helge, beide Greencard-Gewinner und Auswanderer, die ihren Weg nach Providence, Rhode Island gefunden haben.
Die richtige Richtung zu finden war sehr einfach, ist doch eine Sache die man als Miamianer sofort lernt das Fahren auf I-95 in Richtung Norden – und genau das stand auch fuer meinen kleinen Ausflug auf dem Plan, denn dieselbe I-95 fuehrt von New York City aus in das sehr beschauliche Neu-England.
Dem geneigten Geschichts-Kenner wird bekannt sein, dass die Neu-England-Gegend die Wiege der USA sind wie wir sie heute kennen, dennoch war mein Ausflug nicht nur ein Trip in die Geschichte der USA, sondern auch eine Reise in meine eigene Vergangenheit mit den USA!
Im Juni 1994 setzte ich mich als 16-jaehrige Weltenbummlerin in spe in einen Flieger in Richtung Boston. Vor mir lag ein Jahr als Gastschueler an einer amerikanischen High School, waehrend ich in einer amerikanischen Familie wohnen sollte. Der Plan war die Welt ein bisschen zu erkunden, Englisch zu lernen, und weit weg von meiner Familie zum ersten Mal alleine auf meinen eigenen Fuessen zu stehen.
Mein Austausch-Jahr verbrachte ich im tiefen Sueden, naemlich in Alabama, aber mein erster Kontakt mit amerikanischem Boden fand in Boston statt, denn dort in der Naehe sollte ich mein ersten beiden Wochen als ‘Gast-Amerikanerin’ verbringen: Ein Vorbereitsungscamp, organisiert und ausgefuehrt von der Austausch-Organisation, sollte uns halbreifen Teenager auf das vorbereiten, was uns ein Jahr in einem fremden Land bringen wuerde, und jenes Camp fand auf dem Campus der renomierten Yale University in New Haven Connecticut statt.
Zwar konnte ich mich an jenem Samstag Morgen nur noch an einige Details dieses Camps erinnern, aber da New Haven auf meiner Route nach Norden lag sollte ein Besuch in Yale mit stattfinden!
Nach nur etwa 1.5-stuendiger Fahrt durch ein winterliches New York und Sued-Connecticut kam ich in New Haven an, komplett planlos wo ich hinwill, und ohne ein eigentliches Programm was ich dort vorhabe.
Da es eisig kalt war bin ich zunaechst ein paar Mal im Kreis um die beruehmte Universitaet gefahren, und habe schlussendlich irgendwo geparkt und mich zu Fuss auf Erkundungstour begeben.
Grundsaetzlich gibt es nur zu bemerken dass in New Haven an jenem Morgen absolut garnichts los war. Ich kam um etwa 10:30 dort an, und die Strassen waren wie ausgestorben, kaum eine Seele zu sehen!
Nach einigem Umherirren passierte es dann auf einmal:
Ich bog in den sogenannten Old Campus ein, und auf einmal kamen alle Erinnerungen zurueck: Hier war es, wo ich damals angekommen bin! Hier habe ich meine erste amerikanische Mahlzeit eingenommen, hier habe ich meine erste Nacht auf amerikanischem Boden geschlafen, hier habe ich meinen ersten US Burger verdrueckt, die ersten Freunde aus amerikanischem Boden gemacht, die ersten Erfahrungen mit dem amerikanischen Leben gemacht, und meine ersten englischen Worte gestammelt.
Es war ein absolut faszinierendes Erlebnis. Mit jedem Schritt kamen mir neue Erinnerungen, und ich schlenderte ueber den Kampus und war fasziniert nach dieser langen Zeit noch vorhersagen zu koennen wo die naechste Telefonzelle ist, wo man sich einen Snack kaufen kann, und wo man die schnellsten Abkuerzungen zu anderen Teilen des Campus finden kann.
Irgendwie verblueffend – vor 13 Jahren kam ich in diesem Land an, ohne auch nur die geringste Idee zu haben was auf mich zukommt. Meine Amerika-Vorstellungen beruhten damals auf so ‘lehrreichen’ Sendungen wie Beverly Hills 90210 und der Cosby Show, und um ganz ehrlich zu sein hatte ich keine Ahnung und war auch in keinster Weise vorbereitet auf das was auf mich zukommt.
In diesem Jahr dass ich in den USA gelebt habe hat mich dieses Land aber fasziniert, so sehr, dass ich nun schon fast seit 3 Jahren hier lebe!
Nach meinem kurzen Ausflug nach New Haven und in die Vergangenheit bin ich dann komplett durchgefroren wieder in mein Auto gestiegen, und bin weiter nach Norden gefahren, bis ich weitere 2 Stunden spaeter in Providence, Rhode Island ankam.
Rhode Island ist nicht nur der kleinste Staat der USA, es ist wahrscheinlich auch einer der schoensten. Die Stadt Providence ist, soweit ich weiss, eine der groesseren im Staat, und hat einen ganz besonderen Charme. Obwohl die Stadt nicht so sehr klein ist hat sie einen prima Kleinstadt-Charme erhalten, mit kleinen Strassen, freundlichen Menschen, schoen restaurierte oder erhaltene Gebaeude, alles ist schon fast ein bisschen Bilderbuch-maessig, und ein krasser Gegensatz zu meinem derartigen Wochentags-zu-Hause Queens!
Am Nachmittag bin ich dann mit Helena und Helge nach Newport, Rhode Island gefahren, einem kleinen Kuestenort dessen Existenz mir bis dahin vollkommen unbekannt war.
Allerdings war das eine wahre Bildungsluecke, denn Newport war total schoen! Frueher der Sommer-Wohnsitz des neu-amerikanischen Geldadels ist Newport heute zu Hause fuer eine bunte Mischung an Menschen. Eins verbindet sie wohl alle: Die Liebe zum Segeln, zum Wassersport. Die strategisch guenstige Lage an der Kueste hat dafuer gesorgt dass tausende von Booten heute in Newport liegen!
Warum wir nach Newport gefahren sind? Dort sollte an diesem Abend ein gigantisches Event stattfinden: Das erste Beleuchten des Weihnachtsbaumes!
Die Amerikaner waeren nicht Amerikaner wenn sie aus diesem Event nicht eine Riesen-Attraktion machen wuerden: Trotz abnormal eisiger Temperaturen waren hunderte von Leuten auf den Beinen, schoenderten an Staenden und Buden vorbei, lauschten den (nicht sehr talentierten) Weihnachtssaengern, begruessten Santa Claus und Mrs Claus, die ganz im Newport Style per Segelboot ankamen, und Helena liess sich sogar auf ein Taenzchen mit Frosty the Snowman ein!
Angesichts der fiesen Kaelte haben wir uns nach einem Spaziergang ueber das Gelaende erstmal in einem Restaurant niedergelassen, haben lecker gespeist, und vor lauter Auftauen leider das faszinierende Erleuchten des Weihnachtsbaumes verpasst. Huch!
Spaeter hat Helge uns noch durch Newport chauffiert, und Helena und Helge haben mir einiges ueber die Geschichte und Bewohner von Newport erzaehlt, mir tolle kleine alte Haeuser gezeigt, und dafuer gesorgt dass mein Mund vor Staunen offen stand als wir an den Sommer-Villen der wirklich Reichen vorbeigefahren sind, Villen die eigentlich schon keine Villen mehr sind, sondern faszinierende Palaeste!
Es war ein total schoener Nachmittag und Abend, und ich mochte an dieser Stelle nochmal Helena und Helge danken fuer den schonen Ausflug, es hat total viel Spass gemacht! (ausserdem kann ich so direkt testen ob die beiden auch brav meinen Blog lesen
So meine lieben Leser, ich sitze gerade im Flugzeug von NY in Richtung Fort Lauderdale, und gerade verkuendet der Pilot dass wir nun unseren Landeanflug beginnen, ich muss also mal meinen Laptop wegpacken und mich brav anschnallen!
Ich wuensche euch allen eine schoene Vorweihnachtszeit, und ich wuerde mich freuen wenn ihr mir einen Kommentar hinterlasst…..
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103. Vorweihnachtszeit in New York
Posted by DrPepper on Dezember 4th, 2007 filed in Florida
Gestern nach der Arbeit habe ich einen Spaziergang durch das vorweihnachtliche New York gemacht - hier wird wikliche jede Ecke, jedes Fenster, einfach alles wird dekoriert - und das sieht einfach superschoen aus!
Ich habe ein paar Fotos gemacht, und moechte euch daran teilhaben lassen:
Jedes Geschaeft probiert das naechste zu uebertrumpfen
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Weihnachtsbaeume ueberall:
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hier die beruehmte Radio City Music Hall im ‘Weihnachts-Outfit’
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sogar die Bushaltestellen sind in Weihnachts-Deko gehuellt:
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Natuerlich durfte ein Ausflug zum Epizentrum aller Weihnachts-Euphorie nicht fehlen - das Rockefeller Center:
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der weltberuehmte Baum:
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wird gut bewacht:
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in diesem Geschaeft der ‘etwas andere’ Weihnachtsbaum:
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bei so viel Weihnachtsstimmung in der Stadt kann man nur eins sagen:
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102. DrPepper auf Achse
Posted by DrPepper on November 30th, 2007 filed in Florida
Liebe Leserschaft,
lange lange habe ich nichts mehr von mir hoeren lassen.
Es gibt im Prinzip dafuer drei Gruende: Ich war total viel unterwegs, die Arbeit hat mich im MOment fest im Griff, und ausserdem hat die wohl anstrengenste Zeit des Jahres begonnen: der Winter!
Zunaechst hat mich der Wind in die windy City getragen: ein Wochenende in Chicago sollte meinen 1-woechigen Urlaub (in den USA ist das quasi ein Jahresurlaub) anfuehren!
Chicago selber war total schoen! Ich hatte zwar nicht sehr viel Zeit, aber es hat gereicht um die Stadt ein bisschen zu erkunden. Zunaechst habe ich die Stadt auf einem dieser doppelstoeckigen Touri-Busse umrundet, und danach flinken Fusses noch so die ein oder andere Sehenwuerdigkeit erkundet: am Aquarium bestaunte ich Fische, auf dem Navy Pier spazierte ich zwischen zahllosen anderen Touristen die Geschaefte entlang, vor dem Sears Tower habe ich mir fast den Nacken verdreht (obwohl ich natuerlich von New York schon das hochgucken einwandfrei im Griff habe….), am John Hancock Center habe ich einen ausfuehrlichen (und teuren) Spaziergang ueber die Magnificant Mile begonnen, und im Millenium Park ein bisschen ausgespannt.
Es war auf jeden Fall ein sehr schoenes Erlebnis, getruebt nur durch eine Tatsache: Es war UNGLAUBLICH kalt!
Zwar war es temperatur-maessig nicht kaelter in New York, aber gegen den krassen Wind kam meine Jacke nicht an! Es war so RICHTIG, RICHTIG kalt!
Um Aufzutauen ging es von Chicago direkt in waereme Gefilde: Nach Hause, nach Miami!
Dort habe ich eine sehr sehr entspannende und total schoene Woche verbracht, bei fantastischen Temperaturen…diverse Strandbesuche, langes Ausschlafen, etc, es war einfach superschoen!
Von Miami ging es dann auf 30 Tausend Fuss in Richtung New York!
der Urlaub war vorbei, und der Ernst des Lebens hatte mich wieder - fast! Denn nach nur einem Tag in New York ging es bereits wieder ins Flugzeug, diesmal nach Westen!
Nach etwas ueber 5.5 Stunden Flug landete ich in Salt Lake City - in Begleitung meiner Kollegin Summer, mit der ich dort ein Training fuer die Abteilungen vor Ort abhalten sollte.
Von Salt Lake City hatte ich ehrlich gesagt keinerlei Vorstellung - zwar wusste ich dass es in Utah liegt und dort die Mormonen wohnen, aber ich hatte keine Ahnung dass es eine wiklich schoene Stadt ist, und landschaftlich einwandfrei!
Zwar liegt Salt Lake nicht direkt im Hochgebirge, aber immerhin in den Auslaeufern der Rockies - sehr sehr schoene Berge, Taeler, Schluchten und Landschaften.
Touri-maessig besuchten wir natuerlich den beruehmten Mormonen-Tempel, und hatten auch das Glueck einer Probe des weltberuehmten Mormon Tabernacle Choir bezuwohnen.
Eine Sache zu dem Flug nach Salt Lake: auf so einem Flug wird einem wieder bewusst wie unglaublich gross die USA sind!
nachdem man die dicht besiedelte Ostkueste hinter sich gelassen hat, sieht man bis nach Salt Lake City eigentlich nur eines: Felder!
Hin und wieder eine kleine Siedlung, einzelne Farmen, mal eine kleine Stadt, aber ansonsten stundenlang nur eines: Felder!
Wahnsinn!
Nach meinem 3-taegigen Ausflug nach Salt Lake City stand dann erstmal ein Wochenende in New York City an, und ich habe mich trotz langsam kaelter werdenden Temperaturen zu einem Stadtbummel in der Upper West Side entschieden…
Nach nun fast 2 Jahren in New York kann ich sagen, dass diese Stadt einfach einen tollen Character hat! Zwar wuerde ich hier nie fuer immer wohnen wollen, aber New York zu besuchen ist etwas was wirklich jeder mal machen sollte!
Vor kurzen hoerte ich ein Zitat bezueglich New York: “New York is the kind of place where ten things happen to you every day on the way to the subway that would have qualified as interesting dinner conversation in Bloomington, Indiana, and you don’t pay them any notice.â€? - da ist einiges wahres dran!
Hier in New York hat jetzt die zweifelsfrei anstrengenste Zeit des Jahres begonnen: die Feiertagszeit!
das ganze rollt an am 31. Oktober: Halloween!
Nur wenige Trick or Treater haben dieses Jahr den Weg an meine Tuer gefunden (habe Halloween in Miami verbracht), was auch ganz gut so ist, denn ich bin kein Halloween Fan….trotzdem habe ich ein paar Suessigkeiten unter’s Volk gebracht.
im November dann Thanksgiving, auch dafuer war ich wieder in Miami. Es gab reichlich Truthan, Green Bean Casserole, Sweet Potatoes, Mashed Potatoes, Pumpkin Pie, Cranberry Sauce etc, sehr sehr lecker!
Mit gefuellten Baeuchen sind die kaufwuetigen Amis dann am naechsten Morgen, dem Black Friday, schon zu nachtschalfender Stunde vor den Geschaeften ihrer Wahl Schlange gestanden, um scheinbar unwiderstehlichen Schnaeppchen habhaft zu werden…einfach verrueckt!
Seit dem Tag nach Thanksgiving ist nun alles auf Weihnachten eingestellt: Weihnachtamusik ueberall, die Dekorationen werden aufgehaengt, Einkaeufe getaetigt, und alles denkt nur noch an Weihnachten!
Wie ihr sehen koennt war ich schwer auf Achse die letzten Wochen und Monate, und morgen geht es genauso weiter: Ein Wochenend-Ausflug nach Rhode Island steht an!
Wie das war werde ich euch in meinem naechsten Blogeintrag berichten!